https://www.faz.net/-gpc-7o681

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Sinti und Roma : Amnesty: Diskriminierung wird hingenommen

  • Aktualisiert am

Roma in Sarajevo Bild: AP

Amnesty International hat die zunehmenden Angriffe auf Roma kritisiert. Es handele sich um eine systematische Diskriminierung, die oft „stillschweigend“ hingenommen werde. Einige EU-Staaten würden sich mitschuldig machen.

          Amnesty International hat die EU-Staaten aufgefordert, entschlossen gegen „zunehmende rassistische Angriffe“ auf Roma vorzugehen. Die systematische Diskriminierung von Roma werde vielerorts „stillschweigend“ hingenommen, kritisierte die Generalsekretärin der deutschen Sektion der Menschenrechtsorganisation, Selmin Caliskan, anlässlich des Internationalen Roma-Tages am Dienstag. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), erklärte, die Lage der Sinti und Roma gebe Anlass „zu großer Sorge“.

          „Es ist völlig inakzeptabel, dass an manchen Orten in Europa Roma in ständiger Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen oder Anschlägen leben müssen“, erklärte Caliskan. Gewalttäter würden „ermutigt von der passiven Haltung der Regierungen, die eine systematische Diskriminierung von Roma stillschweigend hinnehmen“.

          Äußerungen von Politikern, wonach die größte europäische Minderheit für ihre Ausgrenzung selbst verantwortlich sei, nannte Caliskan „eine Verdrehung der Tatsachen“. Vielmehr lasse sich die Situation vieler Roma auf jahrelange Missachtung ihrer Rechte zurückführen. Die EU-Kommission müsse notfalls Vertragsverletzungsverfahren gegen jene Mitgliedstaaten einleiten, die die Anti-Rassismus-Richtlinie „nicht oder nur halbherzig“ umsetzten.

          Gewalttätige Polizisten

          Als Negativbeispiele führte Caliskan Griechenland, Tschechien und Frankreich an. Dort greife die Polizei bei gewalttätigen Angriffen auf Roma häufig nicht ein und ermittele nicht ernsthaft gegen die Täter. In manchen Staaten wie Griechenland seien es gar die Polizisten selbst, die „mit exzessiver und rassistischer Gewalt gegen Roma vorgehen“.

          Die Menschenrechtsorganisation prangert zudem seit langem an, dass viele der schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen Roma in Europa systematisch diskriminiert würden, etwa beim Zugang zu Schulen oder dem Recht auf angemessenes Wohnen.

          „Die Folgen gesellschaftlicher und sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung sind dramatisch“, erklärte SPD-Politiker Strässer. Die soziale Benachteiligung sei „umfassend“ und führe zu „verminderten Chancen auf einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Arbeit, medizinischer Versorgung und Wohnraum“.

          Es sei „unsere gemeinsame Pflicht, der systematischen Ausgrenzung der Roma in vielen Gesellschaften entschlossen entgegenzutreten“. Die Europäische Union werde ihren eigenen Wertemaßstäben nicht gerecht, solange EU-Bürger ohne Perspektive von der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen lebten. „Dies zu ändern, ist eine gemeinsame Verantwortlichkeit der europäischen Institutionen, aber auch der Mitgliedstaaten“, erklärte der Menschenrechtsbeauftragte.

          Weitere Themen

          Lassen Sie uns über Gott reden!

          FAZ.NET-Sprinter : Lassen Sie uns über Gott reden!

          Nicht nur in Frankreich dreht sich derzeit viel um Religion und eine ganz bestimmte Kirche. Auch in Frankfurt wird heute zu einem außergewöhnlichen Gott gebetet. Was das alles mit Fortschritt zu tun hat? Der FAZ.NET-Sprinter vor Ostern.

          Deutschlands Sneaker-Papst Video-Seite öffnen

          Hikmet Sugoer : Deutschlands Sneaker-Papst

          Um den Turnschuh ist ein wahrer Kult entstanden. Hikmet Sugoer ist dem Trend in Deutschland vorausgelaufen. Inzwischen ist er sogar Schuhproduzent – mit seiner Marke Sonra.

          „Gegrüßet seist Du, Maria“

          FAZ.NET-Sprinter : „Gegrüßet seist Du, Maria“

          Auch am zweiten Tag nach dem verheerenden Brand in Paris bestimmt das Thema die Schlagzeilen. Warum erzeugt die Tragödie um Notre-Dame bei uns so viel Mitgefühl? Ganz andere Emotionen weckt derweil Horst Seehofer in Berlin. Der FAZ.NET-Sprinter.

          Topmeldungen

          Wahl in Nordmazedonien : Im Schatten Macrons und Erdogans

          Bei der Präsidentschaftswahl in Nordmazedonien geht es nicht nur um Innenpolitik. Die Abstimmung wird auch wegweisend sein für die Frage, in welche Richtung sich das Land orientiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.