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„ Defensiver Natur“ : Amerika verlegt weitere Truppen in Golfregion

  • Aktualisiert am

Donald Trumps Verteidigungsminister Mark Esper Anfang September Bild: AFP

Schutz vor Angriffen aus Iran – oder Teil eines Aufmarschs? Trumps Verteidigungsminister betont, es gehe nur um ersteres. Von Teherans Verbündeten im Jemen kommt ein überraschendes Angebot.

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          Im Konflikt mit Iran verlegen die Vereinigten Staaten nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen weitere Truppen in den Nahen Osten. „Der Präsident hat den Einsatz von Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden“, sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitagabend im Pentagon. „Alles deutet darauf hin, dass Iran für den Angriff verantwortlich war.“ Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

          Iran dagegen dementiert jede Verantwortung für die Angriffe in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag. Die von Teheran unterstützten Houthi-Rebellen hatten sich zu der der Tat bekannt. Amerikas Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt. Die Rebellen verkündeten am Freitagabend einen Stopp ihrer Angriffe auf Saudi-Arabien.

          Unklarheit über Zahl der Soldaten

          Esper sagte, die militärische Verstärkung in der Region solle auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. Armeechef Joseph Dunford machte am Freitag im Pentagon keine Angaben zur Truppenstärke, sagte auf Nachfrage aber, es werde sich nicht um Tausende Soldaten handeln.

          Im vergangenen Juni hatte das Pentagon angekündigt, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, um amerikanische Truppen und nationale Interessen in der Region zu schützen. Bereits Ende Mai hatten die Vereinigten Staaten ihre Truppen im Nahen Osten um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

          Esper sagte, Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten keinen Krieg mit Iran wollten. Gleichzeitig sagte Esper: „Uns stehen andere militärische Optionen zur Verfügung, sollten sie nötig sein.“ Esper forderte Iran auf, seine „zerstörerischen und destabilisierenden Aktivitäten“ zu unterbinden und einen „friedlichen und diplomatischen Weg“ weiterzugehen.

          Rebellen bieten Ende der Angriffe an

          Die von Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen verkündeten unterdessen einen Stopp aller Angriffe auf Saudi-Arabien. Mit dieser Initiative solle der Versuch gestartet werden, den seit fünf Jahren andauernden Kämpfen im Jemen ein Ende zu bereiten, sagte der Präsident des obersten politischen Rates der Rebellen, Mehdi Maschat, am Freitagabend. Er hoffe, dass aus „dieser Geste als Antwort eine noch größere Geste“ Saudi-Arabiens folge. Mit seiner Initiative solle „das Blut der Menschen im Jemen gerettet werden“, sagte Maschat im Fernsehsender der Aufständischen. Er hoffe auf „Frieden durch ernsthafte Verhandlungen mit dem Ziel, eine nationale Versöhnung zu erreichen“.

          Erst in der Nacht zum Freitag hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz Ziele im Jemen angegriffen. Das Bündnis war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem Angebot der Houthis zu erreichen. Die Allianz interveniert seit 2015 auf Seiten der jemenitischen Regierung im Konflikt mit den Houthi-Rebellen, der weitgehend als ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und Iran gesehen wird. Die Houthis werden vom schiitischen Iran unterstützt, der mit dem sunnitischen Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Golfregion buhlt.

          Kritiker werfen Trump seine Zurückhaltung vor

          Trump hatte am Freitag neue Sanktionen gegen Iran angekündigt und gleichzeitig seinen Kurs der militärischen Zurückhaltung verteidigt. Er könne jederzeit „innerhalb von einer Minute“ einen Militärschlag beispielsweise gegen 15 wichtige Ziele in Iran anordnen, sagte Trump im Weißen Haus. Er wolle das aber möglichst vermeiden. An die Adresse von Kritikern, die ihm Schwäche vorwerfen, sagte Trump: „Meiner Meinung nach zeigt das Stärke.“

          Die amerikanische Regierung verhängte knapp eine Woche nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien neue Sanktionen gegen Irans Zentralbank und Staatsfonds wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten. „Wir haben jetzt alle Einkommensquellen Irans abgeschnitten“, sagte Finanzminister Steven Mnuchin. Die Vereinigten Staaten warnten alle Regierungen, nicht mehr mit Irans Zentralbank zu kooperieren.

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