https://www.faz.net/-gpc-a3zxd

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Scherbaums Börse : America first? Nicht bei Aktien

  • -Aktualisiert am

Haben politische Börsen also kurze Beine? Es kommt wohl auch bei dieser Börsenweisheit darauf an, wie jeder Anleger für sich die Länge von Beinen definiert.

Wahnwitzige Kurs-Gewinn-Verhältnisse

Damit stellt sich auch die Frage, ob man in den kommenden Monaten das eigene Depot etwas umstellen sollte. Wer beispielsweise noch immer ambitioniert in Werten wie Tesla investiert ist, sollte vorsichtiger agieren.

Tesla

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Das Szenario eines Crashs wird von vielen Marktexperten weiter hochgehalten. „Dieses Mal haben wir es nicht mit einer einfachen Blase zu tun, die platzen kann“, sagt unter anderem Ivan Mlinaric vom Vermögensverwalter Quant Capital Management. „Dieses Mal sehen wir ein Bündel aus aufgeblasenen Luftballons – und davon platzen immer mehr.“ Vor allem die Aktienbewertungen seien aufgebläht.

„Wenn Unternehmen wie Tesla oder Nikola vierstellige Kurs-Gewinn-Verhältnisse zeigen, ist das nicht mehr zu rechtfertigen“, sagt Mlinaric. Oder nur noch rechnerisch, denn natürlich ist der kleinste Gewinn besser als ein Zins von null oder gar ein Negativzins. „Insofern würde eine dumme künstliche Intelligenz diese Wetten noch eingehen, eine risikobewusste eher nicht mehr“, so Mlinaric weiter.

Für die hohen Bewertungen gebe es nur zwei Möglichkeiten. Entweder würden sich die Gewinne an die Bewertungen anpassen, sprich steigen, oder die Preise passen sich an die Gewinne an. Bei Tesla scheint die erste Möglichkeit keine realistische Option zu sein. „Tesla erzielt magerste Margen und muss stark kämpfen, um überhaupt Gewinne auszuweisen.“

Insofern läuft es offenbar auf Option zwei hinaus, wonach die Preise sich an die Gewinne anpassen – was „einen deutlichen Rückgang der Kurse“ bedeuten würde, so Mlinaric. So sei es auch keine Überraschung, wenn aus manchen dieser Kursballons bereits die Luft entweicht sei. Tesla und Nikola haben schnell und viel verloren. „Auch wenn sich Tesla wieder ganz gut erholt hat, zeigen diese Bewegungen doch den Pfad zum nächsten großen Crash auf“, sagt Mlinaric.

NASDAQ 100

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Dieses Szenario könnte sich laut dem Experten beschleunigen, wenn rund um die Wahl in Amerika die wahltypische höhere Volatilität einsetze. „Der US-Markt zeigt sich dann gern sprunghaft und unstet“, sagt Mlinaric.

Stabilitätsanker im Portfolio

Christian Steiner, Portfoliomanager bei der Bayerische Vermögen Management AG, mahnt dagegen, die jüngsten Ereignisse nicht überzubewerten und darin kein Crash-Signal zu sehen. Dennoch dürfte ihm zufolge jetzt eine „Phase der Normalisierung“ bevorstehen. „Die jüngsten Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe zeigen, dass auch klassische Industrieunternehmen nach der Krise wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren.“

Hinzu komme, dass die ambitioniert bewerteten Tech-Titel vor der Präsidentschaftswahl riskanter erscheinen als zu Beginn einer Amtsperiode. Zwar sei die gute Perspektive der großen Tech-Titel unbestritten, doch sollten Investoren marktbreiter agieren. Starke Marken etablierter Unternehmen, wie etwa Nestlé, Coca-Cola oder auch Unilever dürften sich während einer Phase volatiler Marktbewegungen als Stabilitätsanker im Portfolio erweisen, so seine Einschätzung.

Bevor die jeweiligen Szenarien pro Trump und pro Biden eintreten können, muss zunächst einmal der Wahltag selbst Klarheit bringen. Die Frage lautet: Gibt es nach dem 3. November zeitnah eine klare Entscheidung für einen der beiden Kandidaten oder kommt es zu einer Hängepartie, bei der am Ende der Oberste Gerichtshof einen Sieger küren muss. Letzteres wäre für die Börse die schlechtere Alternative.

Weitere Themen

Die Börse mag klare Mehrheiten

Scherbaums Börse : Die Börse mag klare Mehrheiten

Am Anfang der Trump-Ära schätzte die Börse die Machtfülle der Republikaner. Nun feiern Anleger, die Möglichkeit der Demokraten durchzuregieren. Für Tech-Werte wie Amazon & Co. rückt allerdings die Regulierung in den Blick.

Topmeldungen

Merkel will das nächste Krisentreffen mit den Ministerpräsidenten vorziehen.

Corona-Gipfel am Dienstag : Weniger Kontakte und mehr Homeoffice

Bereits am 19. Januar beraten Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die aktuelle Pandemie-Lage in Deutschland. Die Kanzlerin plädiert für eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen und konsequentes Arbeiten von zuhause.
Wut kann bei Kindern viele Gründe haben

Tipps für Eltern : Wie man mit Wutanfällen bei Kindern umgeht

Wenn Kinder plötzlich ausflippen, fühlen Eltern sich oft hilflos und schuldig. Dabei ist das ganz normal. Eine Psychologin gibt Tipps, wie Eltern mit den Wutanfällen ihres Nachwuchses umgehen können.
Sauberer Schnitt: Friseurmeister Cyrus Wachs zeigt dem Autor, wie er sich selbst die Koteletten kürzen kann.

Selbst Haareschneiden : So wird die Matte zur Frisur

Im Lockdown haben auch die Friseure geschlossen. Seit einem Monat sprießt es also wieder ungehemmt auf den Köpfen. Damit der Selbstversuch nicht zum Desaster wird, gibt Friseur Cyrus Wachs Tipps zum Haareschneiden zu Hause.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.