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Alte Meister bis zur Gegenwartskunst : Höhere Wesen haben Erfolge befohlen

  • -Aktualisiert am

Ein früher Rembrandt? Das 103 mal 86 Zentimeter große Gemälde „Lasset die Kinder zu mir kommen“ erzielte bei Lempertz 1,25 Millionen Euro, gegenüber einer Taxe von 15.000 Euro. Bild: Lempertz

Die Auktionen in Köln mit Kunst Alter Meister bis in die Gegenwart haben alle Erwartungen erfüllt. Lempertz freut sich über eine dicke Überraschung, und Van Ham wird für die gute Akquise belohnt.

          In einer Berliner Sozialwohnung will Lempertz das Gemälde entdeckt haben, das jetzt Gegenstand einer kunsthistorischen Diskussion geworden ist: „Lasset die Kinder zu mir kommen“ wurde vom Kölner Haus in seiner Auktion mit Alter Kunst einem niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts mit „zahlreichen deutlichen Anklängen an die Gemälde von Rembrandt“ zugeschrieben und mit einer Schätzung von 15.000 bis 18.000 Euro versehen. Einige glauben nun, einen frühen Rembrandt erkannt zu haben: Das Bild kletterte, um das lange Werben hier abzukürzen, von 18.000 auf 1,25 Millionen Euro. Zwei Bieter blieben bis zur Eine-Million-Marke dabei, so sagt Lempertz: Ein Amerikaner kämpfte gegen einen Engländer, der Sammler aus London bekam den Zuschlag. Eine Überraschung, die Lempertz wohl durch die insgesamt soliden, aber nicht herausragenden Auktionswochen getragen haben dürfte. Zu den wichtigsten Kunden bei Lempertz zählen - neben den Benelux-Ländern - mittlerweile die Russen (die vormals wichtige Ukraine ist jüngst komplett weggefallen).

          Jacob Jordaens’ Studie eines alten Mannes für 400.000 Euro (Taxe 300.000/350.000 Euro) bei Lempertz

          Einige Lose wurden bei Lempertz scheinbar noch nachverhandelt und tauchen zwar auf der Ergebnisliste auf, in der Hammerpreisliste sind sie aber nicht geführt. Ein Russe zahlte demnach 793.000 Euro (Taxe 650.000/750.000), das Aufgeld inklusive, für Jan van Goyens „Strand von Scheveningen“. Auch Gerrit van Honthorsts „Standhafter Philosoph“ scheint nachverhandelt worden zu sein für 854.000 Euro (800.000/1,2 Millionen) brutto. In der Auktion zugeschlagen wurde Jacob Jordaens’ Studie eines alten Mannes für 400.000 Euro (300.000/350.000).

          Während das Angebot an Gemälden der Moderne bei Lempertz in diesem Jahr keine großen Überraschungen bot, lediglich einen Zuschlag für Max Liebermanns „Rote und weiße Blumen nach Südosten“ von 1925 mit 220.000 Euro (220.000/ 250.000), geriet Gerhard Marcks’ lebensgroße Bronze-Plastik „Schwimmerin II“ von 1938/52 zwischen die Fronten zweier Sammler und wurde erst bei 320.000 Euro (140.000/160.000) vermittelt. Noldes Aquarell „Freude“ erzielte solide 120.000 Euro (120.000/130.000).

          Sigmar Polkes Mischtechnik auf Leinwand aus dem Jahr 1993, geschätzt auf 50.000 bis 70.000 Euro, brachte Van Ham 300.000 Euro.

          Bei der Gegenwartskunst wurde es interessant: Sigmar Polkes frühe Edition „. . . Höhere Wesen befehlen“ wurde für 91.000 Euro (80.000/120.000) vermittelt, Heinz Macks „Doppel-Vibration (Weißes Relief)“ von 1958 für 97.000 Euro (50.000/70.000) nach Süddeutschland gegeben. Otto Pienes „Green Blossom“ von 1989 stieg von 15.000 Euro auf 46.000 Euro. Eine handfeste Überraschung erlebte man bei der Fotografie mit Luigi Ghirris C-Print „Tellaro, Italy“ von 1980: Die Aufnahme ging an einen New Yorker Sammler für 41.500 Euro (1800) brutto - ein Weltrekord für den italienischen Fotografen.

          Die Kölner Konkurrenz Van Ham hatte eine starke Versteigerung mit Gegenwartskunst und Moderne angekündigt. Während sich die Alte Kunst mit einem höchsten Zuschlag für Carl Gustav Carus’ „Vollmond bei Pillnitz“ bei 55 000 Euro zufriedengeben musste, hagelte es dort sechsstellige Beträge. Die hochgespannten Erwartungen erfüllten sich mit einem Gesamtergebnis von 6,7 Millionen Euro für Moderne und Gegenwartskunst. Lyonel Feiningers „Nachglühen II“ von 1948 verdreifachte dabei die Schätzung auf 100.000 Euro und war einem Schweizer Händler 310.000 Euro wert. Rudolf Bauers „FN M-153“ stellte einen Rekord für eine Arbeit auf Papier dieses Künstlers auf: Bei 63.000 Euro (20.000/30.000) fiel der Hammer. Auch Liebermanns Gemälde „Reiter am Strand nach links“ von 1908 überstieg die Schätzung von 80.000 bis 120.000 Euro und landete bei 150.000 Euro.

          Gerhard Richters „Rot-Gelb-Blau“-Vermalungen aus dem Jahr 1973 erzielten bei Van Ham 400.000 Euro (480.000/680.000).

          Sigmar Polkes blau-beiges-farbenes Rasterbild ohne Titel von 1993 aus einer Bonner Privatsammlung - und geschätzt auf 50.000 bis 70.000 Euro - ist die Sensation der Gegenwartskunst bei Van Ham: 300.000 Euro standen schließlich für die geisterhafte Mischtechnik zu Buche. Gerhard Richters sechsteilige Edition „Rot-Blau-Gelb“ bleibt zusammen, erzielte so jedoch nur solide 400.000 Euro (480.000/680.000). Günther Ueckers „Diagonale Struktur II“ brachte 85.000 Euro (60.000/80.000) und Otto Pienes „Anniversary Star“ von 1976 60.000 (50.000/70.000). Beliebt sind die Skulpturen von Tony Cragg. Das höchste Ergebnis, das je für eine Bronze des Künstlers in einer Auktion erzielt wurde, liegt bei 330.000 Euro, erzielt eben jetzt bei Van Ham in Köln. Geschätzt war die 2,1 Meter hohe Skulptur auf 200.000 bis 300.000 Euro.

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