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: Achtung Handy, bitte lächeln

  • Aktualisiert am

Die Computermesse CeBIT in Hannover hat sich mit einheitlichen Botschaften immer schwer getan, angesichts ihrer Ausdehnung und Vielfalt. Wenn sie aber diesmal - nach der Eröffnung am kommenden Mittwoch - eine Botschaft an die Nutzer senden wird, dann ist es gewiß eine "Msg" für "Usr".

          Von Detlef Borchers

          Die Computermesse CeBIT in Hannover hat sich mit einheitlichen Botschaften immer schwer getan, angesichts ihrer Ausdehnung und Vielfalt. Wenn sie aber diesmal - nach der Eröffnung am kommenden Mittwoch - eine Botschaft an die Nutzer senden wird, dann ist es gewiß eine "Msg" für "Usr".

          Für den, der nicht mitgehalten hat: eine "Message" für "User", und zwar beide Begriffe abgekürzt für die Verwendung in der mobilen Datenkommunikation. Auf der CeBIT luchst diese den langweiligen Schreibtischcomputern immer mehr Standplatz ab. Allerdings soll die Generation SMS jetzt der Generation MMS Platz machen, die sogar auf die Sprachstummel noch verzichtet und nur mehr Bilder schickt - die also den Multimedia Messaging Service nutzt, wie das im Jargon heißt.

          Zu dieser Messe haben alle Hersteller mindestens ein Telefon im Programm, das Fotos knipsen und versenden kann, und sie besitzen dazu die passenden Gutachten der Branchenanalysten darüber, welcher Riesenmarkt sich wieder entwickle. Doch wer weiß schon, wie alles wieder endet - die CeBIT treibt ja seit Jahren jeweils eine neue, hochmobile Sau durchs globale Dorf.

          Im vergangenen Jahr, wer erinnert sich noch, war es i-mode, die Übertragung des Erfolgsmodells eines japanischen Datendienstes nach Europa. i-mode startete kurz vor der CeBIT 2002; der Betreiber E-Plus wollte binnen eines Jahres 600000 Nutzer dieser Technik in Deutschland gewinnen. Tatsächlich sind es nur 123000 geworden, und die eine Million i-Mode-Nutzer im gesamten Europa liegt in weiterer Ferne denn je.

          Vor i-mode erschienen andere Dorfsauen in Gestalt der Java-Programme auf Mobiltelefonen (unter dem Kürzel J2ME), davor die WAP-Technik (das elend mühsame "Internet auf dem Handy") und in erstaunlich frühen Jahren bereits UMTS, das Wundernetz für die gesamte Mobilkommunikation.

          Schöne Phantasien waren das. Damals, vor gut fünf Jahren... da haute sich der kleine Julle auf den Daumen.

          Das tat ganz schön weh, der Daumen entwickelte schillernde Farben. Julle machte ein Foto vom Daumen und sandte es per Handy an seine Freunde. Wenige Minuten später kamen deren Bilder zurück, lauter nette Sachen, über die Julle lachen soll. Einige sprachen tröstende Worte zu ihrem Bild. Später ließ Julle ein Foto seiner liebsten Barbiepuppe die Runde gehen - alles per UMTS. Das war 1998, also vor Äonen. "Maypole", Maibaum, so nannte der Handy-Hersteller Nokia sein Forschungsprojekt, in dem die kleinen Julles ergründen sollten, welche Anwendungen UMTS zum Knüller machen würden, wenn ganze Familien ihre Lebenslagen digital mobilisieren.

          Solche Maibaum-Versuche wie mit Julle gab es in Helsinki, London und Wien. Die Technik mußten die Tester noch in Rucksäcken mit sich schleppen. In diesem Feldversuch entdeckten die Forscher bereits, welch große Rolle die Foto-Kommunikation spielen könnte - der Urgrund der heutigen MMS-Phantasien.

          Ein Nokia-Arbeitspapier von damals führt auch die Vorteile für die Handy-Betreiber auf: Fotos kann man schon in Funknetzen der sogenannten zweieinhalbten Generation versenden - wie wir sie heute nutzen - und damit die Handybesitzer auf die dritte Generation einstimmen, also die UMTS-Welt. "Anfixen" heißt das in der Dealer-Sprache.

          Was der kleine Julle ausprobiert hat, sieht man nun mit einem halben Jahrzehnt Verzögerung in Nokias neuem Spielhandy namens n-gage angerissen, bloß die UMTS-Netze sind noch immer nicht fertig, erst später dieses Jahr soll es wohl losgehen.

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