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Entlassungen vermeiden : Leibinger-Kammüller erwartet „langjährige Stagnation“

  • -Aktualisiert am

Nicola Leibinger-Kammüller, Geschäftsführerin der Trumpf GmbH, mit Georg Meck (links) und Sven Astheimer (rechts) beim Kongress "Zwischen den Zeilen" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Frankfurter Kap Europa Bild: Frank Röth

Die Trumpf-Chefin verteidigt auf dem F.A.Z.-Kongress moralisches Handeln – auch in Krisenzeiten. Aber auch wenn es dem Werkzeugmaschinenhersteller besser gehe als vielen anderen, Entlassungen könne sie nicht ausschließen. Für große Unternehmen sieht sie besondere Herausforderungen.

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          Der deutsche Maschinenbau sollte sich auf noch härtere Zeiten einstellen als in seiner letzten großen Krise. Die Branche müsse mit „langjähriger Stagnation“ rechnen, sagte Nicola Leibinger-Kammüller auf dem F.A.Z.-Kongress in Frankfurt. Und das, so die Geschäftsführerin des Werkzeugmaschinenherstellers und Laserspezialisten Trumpf, sei „fast noch schlimmer“ als das Desaster nach der Finanzkrise vor knapp zehn Jahren.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Leibinger-Kammüller sprach in Frankfurt über das Spannungsfeld von Markt und Moral. Trumpf mit seinen mehr als 13.000 Beschäftigten und sie persönlich gelten als hier als Instanzen – hatte der Konzern in der Finanzkrise doch trotz eines Rückgangs im Auftragseingang um 60 Prozent auf Entlassungen verzichtet. Aktuell gehe es Trumpf besser als der Branche insgesamt, sagte sie. Während diese rund 25 Prozent an Aufträgen verliere, seien es in ihrem Unternehmen 10 Prozent. Das ist immer noch ein bemerkenswerter Rückgang, und deshalb haben die Schwaben entsprechend reagiert.

          Was Neueinstellungen betreffe, verfahre Trumpf „ganz restriktiv“. Mit anderen Worten: Es gibt einfach keine. Außerdem verzichte das Unternehmen auf viele jener Investitionen, die in besseren Zeiten selbstverständlich sind. „Wir sparen richtig viel, damit der Gewinn nicht einbricht“, sagte sie. Allerdings könne das Unternehmen keine Garantien für Arbeitsplätze aussprechen. Die Vereinbarungen der betriebsinternen Bündnisse fasste die Trumpf-Chefin nicht ohne Einschränkung zusammen: „Es wird keiner entlassen – außer es kommt ganz krass.“ In Zeiten wie diesen könne keiner Entlassungen komplett ausschließen, auch Trumpf nicht.

          Dass Familienunternehmen wie Trumpf ein Hort moralischen Handels sein können, Dax-Konzerne sich aber nur nach Gewinnmaximierung und nicht nach Mitarbeiterwohl richteten, bestritt sie. Als Siemens-Aufsichtsratmitglied wisse sie, wie schwer sich der Konzern zum Beispiel mit Werkschließungen tue. Trotzdem sei Trumpf natürlich keinem Druck durch Investoren ausgesetzt. Das Unternehmen könne im Notfall auch auf Gewinn verzichten, um Entlassungen zu vermeiden. Für Große wie Kleine aber gelte: Moralisches Verhalten könne allenfalls kurzfristig Nachteile mit sich bringen – langfristig aber nie.

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