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F.A.Z.-Fehlersammlung : Gesammelte Leidartikel

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Die Hochsprung-Welt steht kopf: Bei Olympiasiegerin Heike Henkel ging es am 9. August 1992 drunter statt drüber – zumindest in der ersten Ausgabe der Zeitung. Bild: Wolfgang Eilmes

In 70 Jahren geht manches schief. Eine kleine Zusammenstellung peinlicher – und schöner – Fehler in dieser Zeitung.

          4 Min.

          Am 6. Oktober 1962 erschien ein ganzseitiger Aufsatz über das „Handwörterbuch der Sozialwissenschaften“, mit der Autorenzeile „Von Professor Dr. Dr. h. c. Wilhelm Röpke“. Tatsächlich stammte er von Diplom-Volkswirt Dieter Kunz. Das wurde gleich zweimal korrigiert – drei Tage später und weitere vier Tage darauf noch mal. Man wollte wohl ganz sichergehen.

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          Am 20. September 1971 erschien die Meldung, dass Heinrich Böll auf der Jahrestagung des PEN-Clubs eine Rede gehalten habe. Böll, so hieß es, „sprach von den Erfolgen des PEN, das Los inhaftierter oder in Uganda gefallener Schriftsteller zu erleichtern, und beschäftigte sich dann mit den Minderheiten in modernen Industriegesellschaften.“ Das weckte natürlich Fragen: Welche Schriftsteller waren denn in Uganda gefallen? Und: Wie sollte man deren Los erleichtern, wenn sie doch schon gefallen waren? Die Antwort folgte in der Ausgabe vom 21. September 1971, in einer Berichtigung: „Heinrich Böll hat in seiner Dubliner Rede von ‚in Ungnade gefallenen Schriftstellern‘ gesprochen, deren Los man erleichtern müsse.“

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          Am 22. Juni 1984 wähnten Verschwörungsfreunde die Zensur am Werk: Auf der Titelseite der F.A.Z. fehlten Leitglosse und Leitartikel. An deren Stelle erschien: nichts, weißer Raum. Grund war jedoch weder Zensur noch die implizite Aufforderung an Leser, bitte schön selbst zu kommentieren – eine Streikausgabe hatte Umfang, Reihenfolge und Erscheinungsform durcheinandergebracht.

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          Am 25. März 2000 hieß es in einem Text, in dem es unter anderen um Dagmar Schipanski ging, die ehemalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten: „Als gewiss gelten die Kandidaturen des bisherigen Parteivorsitzenden Schäuble, der thüringischen Kultusministerin Schimpanski, der Vorsitzenden der Jungen Union, Müller, Arentz’ und des brandenburgischen CDU-Vorsitzenden Schönbohm.“ Zwei Sätze weiter: „Als gewiss gelten auch die Wahl von Frau Schimpanski sowie die der Ministerpräsidenten Koch (Hessen) und Müller.“

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          Am 7. November 2000 wurde in einem Hinweis auf ein Benefizkonzert in Berlin, bei dem der Opernsänger Thomas Quasthoff auftreten sollte, angekündigt: „Thomas Quatschkopf singt.“

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          Am 31. Dezember 2003 erfuhr der Kunsthistoriker Dethard von Winterfeld aus der Zeitung, dass er knapp eine Woche zuvor gestorben war. „Plötzlich und unerwartet verstarb mein lieber Mann“, hieß es in der Todesanzeige, und: „Ich werde ihn nie vergessen.“ Darunter der Name der Ehefrau und der Hinweis, dass die Trauerfeier „am Dienstag, dem 6. Januar 2004, um 11 Uhr auf dem Mainzer Hauptfriedhof“ stattfinde. Nichts davon stimmte. Die Todesanzeige „entspricht glücklicherweise nicht den Tatsachen und ist das Werk einer geschmacklosen Betrügerin“, hieß es in einem Widerruf, der am 2. Januar erschien. Tatsächlich wurden der Wissenschaftler und seine Frau seit langem von einer Stalkerin belästigt und bedroht. Der Betroffene reagierte auf die Nachricht mit den Worten: „Es geht mir den Umständen entsprechend sehr gut.“

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