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Mauerfall-Debatte : Kein schöner Land

  • -Aktualisiert am

Scheiden tat weh: Kommentare zur Wiedervereinigung am Gebäude des ehemaligen Zentralkomitees in Berlin. Bild: Ullstein

Wir fielen vor dreißig Jahren in eine reife Demokratie wie Semmeln in einen Milchbach. Die Autorin Tanja Nause fragt in ihrem Gastbeitrag: Sind wir Ostdeutsche undankbar?

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          Ein westdeutscher Bekannter fragte mich kürzlich, ob wir in der Debatte um den Mauerfall und die friedliche Revolution in der DDR vor dreißig Jahren – die auch in dieser Zeitung gründlich geführt wird – vielleicht etwas außer Acht gelassen haben. Ihn beschleiche das Gefühl, dass wir irgendetwas daran noch nicht richtig verstanden hätten. Er glaube, dass in den öffentlichen Debatten ein fremder Blickwinkel fehle, eine andere Sicht auf die Dinge, gleichsam ein Puzzleteil, welches das Bild endlich vervollständigen könne. Haben wir etwas vergessen?

          Das ist eine sehr gute Frage. Denn was kann in den Debatten fehlen? Zu diesem Thema muss doch nun schon alles gesagt worden sein in dreißig Jahren, von unzähligen klugen Menschen, West- und Ostdeutschen. An der Diskussion beteiligen sich derzeit vor allem Historiker, Soziologen und Theologen, das liegt in der Natur der Sache. Den Bürger der uralten Bundesländer dürften die Artikel um unsere dreißig Jahre Mauerfall eher wenig ans Herz greifen, wie ja auch der Mauerfall an sich für die Mehrheit der Westdeutschen keine tiefgreifende Lebensveränderung war. Ich beziehe mich auf die Mehrheit der Bevölkerung der damaligen Bundesrepublik.

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