https://www.faz.net/aktuell/30-jahre-deutsche-einheit/joachim-gauck-zur-ddr-eine-kaum-erklaerbare-traurigkeit-16980082.html

Joachim Gauck im Interview : Eine kaum erklärbare Traurigkeit

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Büro in der Dorotheenstraße in Berlin Bild: Jens Gyarmaty

Sogar für den einstigen Bürgerrechtler Joachim Gauck ist das Ende der DDR ein Verlust. Er trauert nicht dem Staat nach, aber den Notgemeinschaften gegen ihn.

          6 Min.

          Herr Präsident Gauck, was ist das größte Versäumnis der Wiedervereinigung?

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          (seufzt) Ich habe darüber lange nachgedacht. Mir fällt da nur wenig ein. Sicher gibt es Gruppen, denen mehr Gerechtigkeit hätte widerfahren können, wenn es etwa um Renten geht. Bei mehr Zeit hätte man anders, mit mehr Kontrolle gestalten können, etwa beim wirtschaftlichen Übergang. Aber diese Zeit gab es nicht.

          Gibt es Fehler, die man heute noch reparieren könnte? Gibt es eine Systemverdrossenheit, der man mit der damals aus guten Gründen nicht vollzogenen Verfassungsneuschöpfung heute begegnen könnte?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Fumio Kishida und Joe Biden am 13. Januar in Washington

          Allianz gegen Peking : Ein Meilenstein bei der Eindämmung Chinas

          Die USA, Japan und die Niederlande schneiden China gemeinsam den Zugang zu hochmodernen Halbleitern ab. Pekings Vergeltungsoptionen sind begrenzt.
          Babette Albrecht

          Streit beigelegt : Familienfrieden im Aldi-Reich

          Lange haben sich die Familienstämme von Aldi Nord erbittert gestritten – vor Gerichten ging es um Macht in Stiftungen und Millionenbeträge. Jetzt soll alles anders werden in einer der reichsten Familien Deutschlands.