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Massimo-Direktorin Draganović : Kunst für die Nachbarn

Die deutsche Kunstakademie Villa Massimo in Rom hat sich ein Projekt für die Nachbarn ausgedacht: Künstler präsentieren jeden Abend Videos, Bilder und Musik, hier Tatjana Dolls Gemälde der fluoreszierenden römischen Wölfin mit dem Titel „Collected Silence“. Bild: Tatjana Doll / Villa Massimo

Wo Humphrey Bogart einst mit Ava Gardner filmte und die Kunst in Petrischalen der Transformation verändert wird: Ein Gespräch mit Julia Draganović, Direktorin der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, über Kulturarbeit jenseits von Corona.

          7 Min.

          Frau Draganović, vor welchen Problemen steht die Villa Massimo derzeit?

          Stefan Trinks

          Redakteur im Feuilleton.

          Jeglicher analoge Kontakt zur Außenwelt ist für die Stipendiaten, für die wir den Terminus „RompreisträgerInnen“ nutzen, abgebrochen. Trotz der soeben verkündeten Wiedereröffnung der italienischen Museen und Ausstellungen ab dem 18. Mai werden rein zeitlich nicht alle Stipendiaten des aktuellen Jahrgangs, der Ende Juni wieder nach Deutschland zurückkehrt, die Möglichkeit zur Präsentation der eigenen Arbeit haben. Die Abschlusspräsentation aber wird wegen des unverändert geltenden Abstandsgebots an der weitläufigen Peripherie der Villa Massimo stattfinden und die Mauern der Massimo ein wenig permeabel machen. Wenn uns das gelingt, haben wir viel mehr erreicht als bloß eine Abschlusspräsentation. An die Brüstung der Massimo-Mauer in Richtung auf den Viale XXI Aprile wurde auch Tatjana Dolls große fluoreszierende römische Wölfin mit Romulus und Remus „Collected Silence“ montiert und ist nun Tag und Nacht auf derjenigen Straße zu sehen, die dem Geburtstag Roms gewidmet ist. Eine Woche lang hat jeder Rompreisträger den Nachbarn im gegenüber liegenden Hochhaus abends um neun für eine Viertelstunde Videos, Konzerte oder, im Falle von Peter Wawerzinek, eine konkrete Poesie-Aktion gezeigt.

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