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: Waffenruhe in Syrien in Kraft getreten

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          Beirut/Damaskus (dpa) - Die Feuerpause im Bürgerkriegsland Syrien wird offensichtlich weitgehend eingehalten. Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) berichtete der Leiter der in Großbritannien ansässigen Syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, dass an den meisten Fronten Ruhe herrschte.

          Rahman erklärte: «Nach Mitternacht (Ortszeit) haben wir keine Beschießung oder Kämpfe in Hama, Homs, Latakia und einigen Gebieten um Aleppo sowie in Daraa registriert.» Auch russische Kampfflugzeuge seien nach Mitternacht nicht aktiv gewesen.

          Vor Mitternacht hatte es noch heftige Gefechte und Beschießungen in der Region Daraja außerhalb von Damaskus gegeben, sagte Rahman der Deutschen Presse-Agentur. Die syrischen Streitkräfte hatten erklärt, Daraja sei von der Feuerpause ausgenommen, weil dort Kämpfer der Al-Nusra-Front, einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, operierten. Oppositionsgruppen widersprachen dieser Darstellung.

          Nach fast fünf Jahren Bürgerkrieg mit mehr als 250 000 Toten trat in Syrien um Mitternacht Ortszeit die Waffenruhe in Kraft. Die USA und Russland hatten sich Anfang der Woche auf die Feuerpause geeinigt. Die Regierung, das in der saudischen Hauptstadt Riad ansässige Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner und rund 100 Milizen haben der Waffenruhe zugestimmt. Ausgenommen von ihr sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front.

          Die Waffenruhe soll den Weg ebnen für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche am 7. März. Dieses Datum teilte UN-Sondervermittler Staffan de Mistura am Freitag dem Weltsicherheitsrat kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause mit. Bedingung sei allerdings, dass die Waffenruhe weitgehend eingehalten werde. Das höchste UN-Gremium verabschiedete am Abend eine Resolution, die die Waffenruhe in Syrien begrüßt und unterstützt.

          Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, erklärte, die USA würden nicht sofort über die Wirksamkeit der Waffenruhe urteilen.

          Das syrische Regime und sein Verbündeter Russland hatten in den Stunden vor Beginn der Feuerpause ihre Luftangriffe auf die Rebellen massiv verstärkt. Kampfflugzeuge beider Länder flogen am Freitag in mehreren Provinzen des Landes Dutzende Angriffe. Syriens Militär setzte dabei erneut international geächtete Fassbomben ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die meisten Angriffe seien gegen Aleppo und Homs gerichtet gewesen, hieß es.

          Die Waffenruhe wird nach Erwartungen des russischen Militärs nur in sechs sehr kleinen Gebieten Syriens gelten. Gleichzeitig rechnet Russland weite Gebiete rund um die Stadt Aleppo der Terrororganisation Al-Nusra-Front zu, die weiter bekämpft werden darf. Dort sei mit einem Ende der russischen Luftangriffe nicht zu rechnen, schrieb das kritische Moskauer Internetportal Conflict Intelligence Team. Die Experten bezogen sich auf ein Video des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch, in dem die entsprechende Karte eingeblendet wurde.

          In den Tagen vor dem Beginn der Feuerpause gab es massive Zweifel, ob die Waffenruhe hält. Regimegegner äußerten die Befürchtung, das Regime und seine Verbündeten könnten Angriffe auf Terrorgruppen nutzen, um gegen moderatere Milizen vorzugehen. Syrien und Russland hatten angekündigt, den IS und die Al-Nusra-Front weiter zu bekämpfen. Der Al-Kaida-Ableger kooperiert mit vielen Milizen. Deren Stellungen liegen vielerorts in der Nähe der Al-Nusra-Kämpfer.

          Das Hohe Verhandlungskomitee erklärte, 97 Rebellengruppen hätten der Waffenruhe zugestimmt. Allerdings setzte das Oppositionsbündnis der Feuerpause eine Frist von zwei Wochen. Die Einigung der USA und Russlands sieht hingegen keine zeitliche Befristung vor. Zudem teilte das HNC mit, die Rebellen hätten das Recht, sich gegen Angriffe zu verteidigen.

          Es ist innerhalb kurzer Zeit der zweite Versuch, die Gewalt zu beenden. Ein erster Termin für eine Feuerpause war in der vergangenen Woche ausgelaufen, ohne dass die Gewalt endete.

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