https://www.faz.net/-hzv-89ags

: Razzia in Franken verhindert wohl rechtsextremen Anschlag

  • Aktualisiert am

          1 Min.

          Bamberg (dpa) - Mit der Razzia gegen eine rechtsextreme Gruppierung in Franken haben die Ermittler möglicherweise einen Anschlag verhindert.

          Es gebe Hinweise darauf, dass damit «weitere Straftaten oder Anschläge verhindert worden sein könnten», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag beim Besuch der Rückführungseinrichtung für Balkan-Flüchtlinge in Bamberg. Bei der Razzia waren am Mittwoch zahlreiche Objekte in Ober- und Mittelfranken durchsucht worden. Drei Mitglieder der Gruppierung waren bei der Razzia verhaftet worden.

          Gegen die Täter bestehe unter anderem der Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwochabend bekannt. Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, die Männer hätten kiloweise Feuerwerkskörper aus Osteuropa bestellt. Die Polizei habe den Pyrotechnik-Sprengstoff aber abgefangen. Bei der Razzia, an der nach Angaben Herrmanns unter anderem fast 90 Polizeibeamte beteiligt waren, wurden auch eine Schusswaffe sowie weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt.

          Die SPD-Fraktion im Landtag reagierte besorgt. Der Sprengstoff sei ein weiteres Indiz für die steigende Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene in Bayern, sagte der Abgeordnete Florian Ritter. Es sei überfällig, insbesondere die Gruppen «Die Rechte» und «Der Dritte Weg» neu zu bewerten und gegebenenfalls Verbotsverfahren zu starten.

          In Bamberg haben Anhänger des rechtsextremen Spektrums für den 31. Oktober eine Demonstration vor der Aufnahme- und Rückführungseinrichtung für Flüchtlinge ohne Chance auf ein Bleiberecht angemeldet. Ob die möglicherweise geplanten Gewalttaten damit in Zusammenhang stehen, blieb zunächst unklar. Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sagte, er sei sehr besorgt angesichts der Gewaltbereitschaft in rechtsextremen Kreisen. Man werde nun die Ergebnisse der Razzia bei der rechtlichen Prüfung einbeziehen, um den geplanten Aufmarsch möglicherweise doch noch verhindern zu können.

          Weitere Themen

          Mehrheit laut Umfrage für Ampelkoalition

          Liveblog Bundestagswahl : Mehrheit laut Umfrage für Ampelkoalition

          Erste Rücktrittsforderungen an Laschet +++ Union bereit für Jamaika +++ Habeck und Baerbock wollen Verhandlungen gemeinsam führen +++ CDU-Generalsekretär verspricht „brutal offene“ Wahlanalyse +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.

          Rote Welle im Nordosten

          SPD schlägt CDU und AfD : Rote Welle im Nordosten

          Sogar das ländliche Vorpommern wählt nun SPD. Das freut Marcel Falk. Er hat der AfD ein Direktmandat abgejagt – und von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig profitiert.

          Topmeldungen

          Kompatibel oder zu verschieden? Grünen- und FDP-Wahlplakate werden in Köln abgehängt.

          Koalitions-Vorsondierungen : So können Grüne und FDP regieren

          Die FDP ist für freie Fahrt auf Autobahnen, gegen Steuererhöhungen und für eine Beibehaltung des Krankenversicherungssystems. Die Grünen vertreten das Gegenteil. Was steckt hinter der Phantasie für ein „progressives Bündnis“?
          Rot, Gelb und Grün in Berlin – die Ampel scheint die beliebteste Koalition zu sein.

          Liveblog Bundestagswahl : Mehrheit laut Umfrage für Ampelkoalition

          Erste Rücktrittsforderungen an Laschet +++ Union bereit für Jamaika +++ Habeck und Baerbock wollen Verhandlungen gemeinsam führen +++ CDU-Generalsekretär verspricht „brutal offene“ Wahlanalyse +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.
          Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag in Berlin

          Laschet und die Union : Der Kandidat, der enttäuschte

          Nach dem enttäuschenden Wahlergebnis muss der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Parteifreunde besänftigen. Vom zweiten Platz aus versucht die Union, eine Regierungsperspektive zu behalten.
          Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel am Montag in Berlin

          AfD in Ostdeutschland : Blau blüht das Kernland

          Die AfD wird in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft, obwohl sie im Vergleich zur Wahl von 2017 teilweise Stimmenanteile verliert. Was folgt daraus für die Partei? In Berlin zofft sich die Führung auf offener Bühne.