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: Dax bleibt nach US-Zinserhöhung in der Gewinnspur

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          Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax bleibt auch nach der Zinserhöhung in den USA im Aufwind. Bis zum Nachmittag büßte er allerdings einen Teil seiner frühen Gewinn ein und stand 0,41 Prozent höher bei 11 290,99 Punkten.

          Am Morgen hatte er bei 11 335 Punkten den höchsten Stand seit dem 1. Dezember 2015 erreicht.

          Gestützt wurde die Aufwärtsbewegung von einem merklich schwächeren Eurokurs. Ein schwächerer Euro erleichtert den deutschen Unternehmen den Export. Die Gemeinschaftswährung war am Nachmittag bis auf 1,0395 Dollar zurückgefallen - den tiefsten Stand seit 2003. Hintergrund des Einknickens sind Anzeichen einer schneller als erwarteten Straffung der US-Geldpolitik.

          Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, verlor hingegen 0,13 Prozent auf 21 605,69 Zähler. Im MDax sind zahlreiche Immobilienkonzerne vertreten, für deren Geschäft höhere Zinsen Gift sind. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,86 Prozent auf 1755,08 Punkte aufwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 0,61 Prozent auf 3231,46 Zähler vor.

          Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte angehoben, für 2017 aber drei statt der bisher erwarteten zwei Zinserhöhungen signalisiert. Höhere Zinsen machen Anleihen gegenüber Aktien attraktiver, sind andererseits aber auch Ausdruck einer robusteren US-Konjunktur.

          Der europäische Bankensektor gehörte zu den attraktivsten Branchen des Tages. Denn höhere Zinsen können die Gewinne treiben. So waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von über 4 Prozent der Spitzenreiter im Dax. Commerzbank-Papiere verteuerten sich um mehr als 2 Prozent.

          Unter den Einzelwerten fielen zudem die Papiere von MTU an der MDax-Spitze mit einem Plus von 3,5 Prozent auf. Zahlreiche Analystenhäuser hatten sich nach einem Kapitalmarkttag positiv geäußert.

          United-Internet-Papiere waren mit einem Gewinn von 5,2 Prozent stark gefragt im TecDax. Der Internet- und Telekommunikationsanbieter will der Deutschen Telekom den Webhoster Strato für rund 600 Millionen Euro abkaufen. Ein Börsianer wertete den geplanten Deal als strategisch sinnvoll.

          Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,11 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 141,72 Punkte. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor 0,04 Prozent auf 161,63 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,0427 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0644 Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9395 Euro.

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