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„Agenda 2020“ im Überblick : Wie ändert sich Olympia?

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40 Reformempfehlungen stehen in der „Agenda 2020“ von Thomas Bach. Was will der IOC-Präsident verändern? Wie sehen Olympische Spiele der Zukunft aus? FAZ.NET nennt die wichtigsten Vorschläge.

          Die Außerordentliche Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird am Montag und Dienstag in Monte Carlo über 40 Reformempfehlungen abstimmen. FAZ.NET dokumentiert die wichtigsten Vorschläge der „Agenda 2020“ von IOC-Präsident Thomas Bach.

          BEWERBUNG um Olympische Spiele:

          • Insgesamt Anpassung des IOC an die Gegebenheiten eines Bewerbers durch Reduzierung von Anforderungen, dadurch geringere Kosten und größere Nachhaltigkeit:
          • Maximale Nutzung bestehender und vermehrter Rückgriff auf temporäre Anlagen.
          • Ausrichtung von Vorrunden-Wettkämpfen auch außerhalb der Ausrichter-Stadt, bei Sportarten und Disziplinen in Ausnahmefällen aus Gründen der Geografie und der Nachhaltigkeit auch außerhalb des Ausrichter-Landes.
          • Mehr Transparenz durch Veröffentlichung des Ausrichtervertrags durch das IOC, einschließlich der Zahlungen an den Olympia-Organisator.
          • Strikte Trennung zwischen den Etats für die Durchführung der Spiele und den Investitionen in die Langfrist-Entwicklung einer Stadt-Infrastruktur. Dazu genaue Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Mitteln.
          • Kritischere Bewertung der Evaluierungskommission als bisher im abschließenden Report an die IOC-Mitglieder. Er soll mehr Risiko-Bericht sein und zu einer besseren Unterscheidbarkeit der Kandidaten führen. Unabhängige Kompetenz aus den Bereichen Soziales, Politik, Wirtschaft und besonders aus Umwelt/Nachhaltigkeit soll beim Zustandekommen des Reports mit einbezogen werden.
          • Bei der Bewerbung Kostenreduzierung durch die Begrenzung auf nur noch vier Präsentationen: Vor den IOC-Mitgliedern, den beteiligten internationalen Verbänden, der Vollversammlung der NOKs und der entscheidenden IOC-Session. Das IOC übernimmt jeweils Reise- und Unterbringungskosten.
          • Das IOC will die Nachhaltigkeit zu einem Gebot für den gesamten olympischen Sport machen und dabei Standards setzen. Dazu gehört die Bildung einer Kommission Umwelt/Nachhaltigkeit und eine Kooperation mit der UNO-Umweltorganisation UNEP.
          • In die fundamentalen Prinzipien der IOC-Charta soll als Reaktion auf die Winterspiele im russischen Sotschi das Verbot auf sexuelle Diskriminierung hinzugefügt werden.

          PROGRAMM Olympischer Spiele:

          • Größere Flexibilität durch ein Programm, dessen Umfang künftig nicht über Sportarten (bisher maximal 28 im Sommer, sieben im Winter) sondern über die Anzahl der Disziplinen bestimmt wird. Dabei Festschreibung der Wettkämpfe im Sommer auf 310 (bisher 302) und die Beibehaltung der Gesamtzahl der Athleten auf maximal 10 500. Bei den Winterspielen maximal 100 Wettkämpfe (zuletzt 98) und 2900 Athleten (zuletzt 2841).
          • Das IOC räumt der veranstaltenden Stadt das Recht ein, für ihre Heimspiele einen Wettbewerb oder sogar Sportarten vorzuschlagen, die - abhängig von einem IOC-Votum - dann ins Programm aufgenommen werden können.

          IOC-MITGLIEDSCHAFT:

          • Generelle Bestätigung der Altersgrenze von 70 Jahren bei Mitgliedern, die ab dem Jahr 2000 gewählt worden sind. Ausnahmeregelung in maximal fünf Fällen, die über zusätzliche vier Jahre im IOC bleiben können. Es bleibt bei der Maximalzahl der Mitgliedschaften von 115 (70 individuelle, je 15 aus den Bereich der Athleten, Verbände und NOKs). Die Nominierungskommission erhält den Auftrag, maximal fünf individuelle Mitglieder zu benennen, um Vakanzen aus Bereichen wie Medizin, Kultur und Wissenschaften ausfüllen zu können. Es soll beim Besuchsverbot von Olympia-Kandidatenstädten bleiben.

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