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Familienunternehmen : Die enkelsichere Geldanlage

Auch BMW gilt als Familienunternehmen. Bild: dpa

Eine Studie zeigt Familienunternehmen als besonders nachhaltig. Weil diese bei wichtigen Entscheidungen auch schon an die Enkelgeneration denken, können Anleger profitieren.

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          Familienunternehmen besitzen einen gewissen Nimbus. Durch die Verknüpfung des persönlichen Wohlstands mit dem Schicksal des Unternehmens sei deren Wirtschaften langfristiger und nachhaltiger, lautet die These, orientierten sich diese doch eher an der Nachhaltigkeit der Entwicklung als Unternehmen, bei denen Geschäftsführung und Eigentum in unterschiedlichen Händen liegen. Das Multi-Family-Office Conren setzt mit seinem Fonds „Generations Family Business“, der seit Jahresanfang auch Privatanlegern offensteht, voll auf dieses Konzept.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nicht ohne es zuvor untersucht zu haben: Im Rahmen einer Studie untersuchte Conren Kennzahlen und Kursentwicklung von 885 an Europas Börsen gelisteten Familienunternehmen zwischen 2007 und November 2019. „Das Ergebnis hat selbst uns überrascht“, sagt Fondsmanager Andreas Lesniewicz. „In mehr als 80 Prozent der untersuchten Fälle hat die Wertenwicklung der Familiengesellschaften die anderer Unternehmen mitunter weit übertroffen – unabhängig von Ländern, Branchen, Größe, Konjunkturzyklus oder Marktphase.“

          Als Familienunternehmen hat Conren dabei all diejenigen Unternehmen identifiziert, in denen es einen „Kümmerer“ gibt, der als Ankerinvestor seit langem wesentlichen Einfluss auf das Unternehmen nimmt. „Nach unserer Definition sind damit etwa BMW und Henkel Familienunternehmen“, sagt Lesniewicz. Ausgenommen wurde Unternehmen mit weniger als 200 Millionen Euro Marktkapitalisierung und mehr als 80 Prozent Streubesitz.

          40 Prozent der europäischen Familienunternehmen stammen aus Deutschland, Frankreich und in geringerem Maße aus der Schweiz. Größenmäßig sind die französischen mit 26 Prozent der Marktkapitalisierung am bedeutendsten. Die deutschen kommen auf 20 und die Schweizer auf 15 Prozent. „In all diesen Ländern sind Familienunternehmen im Vergleich zum Stoxx Europe 600 überproportional vertreten“, sagt Lesniewicz. „Großbritannien ist in dieser Hinsicht ein Zwerg. Britische Unternehmen machen zwar 24 Prozent des Index aus, stellen aber nur 4 Prozent der Familienunternehmen.“ Die meisten Familienunternehmen sind klein. Zwei Drittel haben eine Börsenkapitalisierung von weniger als 1,5 Milliarden Euro.

          Nach der Conren-Studie weisen Familienunternehmen im Vergleich zu denen des Stoxx 600 Europe stärkere Bilanzen auf, sind profitabler, wachstumsstärker und haben eine größere Kapitaleffizienz. Dafür sind sie teurer. Indes ist etwa der Mittelwert der Nettomarge mit 27 Prozent deutlich niedriger als im Index mit 37,5 Prozent. Gewichtet man die Margen jedoch nach Marktkapitalisierung, kehrt sich das Bild um. Daraus lässt sich der vorsichtige Schluss ziehen, dass kleine Familienunternehmen tendenziell eine geringere Profitabilität aufweisen.

          Was nun die Ertragsentwicklung betrifft, so hat das „Conren-Universum“ der Familienunternehmen den Index jährlich um 4,6 Prozentpunkte geschlagen. Dabei war der Abstand in steigenden Marktphasen deutlich größer als in fallenden.

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