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„The Last of Us 2“-Leaks : Welcher Spielverderber hat das Ende verraten?

Musikalisch: die Protagonistin Ellie mit Gitarre im Wald. Bild: Sony Interactive

Unbekannte haben szenisches Material der heißersehnten Videospielfortsetzung „The Last Of Us 2“ veröffentlicht – die Gerüchteküche auf Youtube brodelt.

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          Gute Videospiele leben von ihrer Geschichte; „The Last of Us“ (TLOU), ein Action-Adventure, in dem ein Texaner ein Mädchen vor pilzbefallenen Zombiehorden in einem postapokalyptischen Amerika rettet, bestach trotz des bekannten Szenarios durch seine kluge und überraschende Erzählweise. Der zweite Teil, ursprünglich für den 21. Februar dieses Jahres angekündigt, wurde trotz lauter werdender Kritik von Fans an der Figurenkonstellation, umso sehnsüchtiger erwartet, je weiter sein Erscheinen aufgrund der Covid-19-Pandemie nach hinten verschoben wurde. Aktueller Stand, laut Pressemitteilung: 19. Juni.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Ende April haben die Erwartungen der Fangemeinde, aber auch die der Entwickler einen groben Dämpfer erhalten, nachdem Unbekannte Spiel- und Zwischensequenzen des fast fertigen Spiels auf Youtube veröffentlicht hatten. Teile der Ausschnitte sind auf Englisch, Teile auf Deutsch. Die Clips verbreiteten sich rasch über Foren wie Reddit, Resetera, aber auch via Twitter. Die Entwickler von „Naughty Dog“ reagierten enttäuscht und empfahlen auf Twitter, die sogenannten Spoiler im Netz zu meiden und sie nicht an andere weiterzuleiten. Spieler könnten das Spiel bald in ihren Händen halten, hieß es, „egal, was ihr hört und seht, das finale Erlebnis wird sich lohnen“.

          Das amerikanische Videospiel-Portal „kotaku“ berichtet nun, Hacker seien für die „Last-of-Us“-Leaks verantwortlich. Demnach haben diese eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die in bereits erschienenen „Naughty Dog“-Spielen vorhanden gewesen sei. Die Informationen gehen auf einen anonymen Twitter-Account namens „Pixelbutt“ zurück, dessen Verfasser nach eigenen Angaben als Spieletester im Raum Los Angeles arbeitet.

          Im April sei der Diebstahl des Materials bestätigt worden

          Hacker haben demnach im Januar Passwort-Informationen aus dem Code vorangegangener Spiele – darunter „Uncharted 3“ und Teil eins von „The Last of Us“ – extrahiert, um sich Zugang zu jenen Amazon-Servern zu verschaffen, auf denen die Entwickler ihre Daten speichern. Laut „Kotaku“ greifen die Spiele auf diese Server zu, wenn sie im Mehrspielermodus genutzt werden. Allerdings können die Spiele dort auch auf andere gespeicherte Daten zugreifen. Im März hatten sich die Angreifer bereits mehr als ein Terabyte an Daten gesichert. Im April sei der Diebstahl des Materials zum ersten Mal bestätigt worden, nachdem ein Teil zusammen mit dem Programmiercode des Spiels nebst Zeitmarkierungen veröffentlicht worden sei. Die Entwicklerfirma „Naughty Dog“ soll im Februar vom Angriff auf ihre Daten erfahren und die Sicherheitslücke gegen Ende April geschlossen haben. Doch es war zu spät.

          In der amerikanischen Game-Szene wird nun gerätselt, ob der Angriff aus der Firma selbst stammt, ausgeführt von einem unzufriedenen Angestellten, der entweder die „Crunch“ genannte übliche Steigerung der Arbeitsbelastung auf der Zielgeraden zur Veröffentlichung oder den Weg, den der leitende Entwickler Neil Druckmann bei der Erzählung der Geschichte eingeschlagen hat, nicht gutheißt.

          Die anonyme Quelle „Pixelbutt“ hält nichts von derlei Vermutungen: Obwohl man darüber streiten könne, ob es sich um eine Aktion aus dem Inneren der Firma handele, spreche der Hergang des Hacks eher für eine von fremder Seite ausgenutzte Sicherheitslücke. „Glaubt nicht, was sich wie eine heiße Story anhört – selbst wenn es das ist, was ihr hören wollt.“ Am vergangenen Freitag gab die Firma Sony, die das Spiel herausgibt, bekannt, man habe die Hauptverdächtigen identifiziert: Es seien keine jetzigen oder ehemaligen Angestellte darunter.

          Auf Youtube brodelt die Gerüchteküche derweil munter weiter, während Sony und „Naughty Dog“ durch das Leak nun nervös auf jedes Video reagieren, das ihr gestohlenes „The Last of Us II“-Material beinhalten könnte. Eine Reihe von Youtubern, die über die Vorgänge berichten wollten, allerdings auch mit Kritik an der Storyentwicklung nicht geizten, sollen in der Folge wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen gemeldet worden sein. In anderen Fällen wurden angeblich ganze Kanäle gesperrt. Für die Betroffenen ist klar, wer dahintersteckt: Sony. Die Firma Naughty Dog hält sich indes bedeckt. In einer Videobotschaft lobt Neil Druckmann das Spiel, den Teamgeist und das Durchhaltevermögen seiner Entwickler und versichert am Ende noch einmal: „Nichts von dem, was ihr hört oder seht, ist vergleichbar damit, das Spiel von Anfang bis Ende zu erleben. Es ist ein Videospiel. Man muss es spielen.“

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