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Einigung im Akku-Streit : 25 Dollar pro gedrosseltem iPhone

Apple gab 2017 erstmals zu, dass Smartphones der Modelle iPhone 6 und iPhone 7 gedrosselt wurden. Bild: AP

Der Technologiekonzern Apple willigt in einen Vergleich ein, der bis zu 500 Millionen Dollar Entschädigung für Nutzer gedrosselter iPhones vorsieht. Es profitieren allerdings nur amerikanische Kunden.

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          Im Streit um gedrosselte iPhones hat sich der Technologiekonzern Apple in den Vereinigten Staaten zur Zahlung von 310 bis 500 Millionen Dollar bereit erklärt. Mit dem Vergleich bietet Apple an, jedem betroffenen Kunden 25 Dollar zu zahlen. Dies entspreche dem durchschnittlich entstandenen Schaden. Zugleich betont das Unternehmen, die Bereitschaft zu einem Vergleich stelle kein Schuldeingeständnis dar.

          Ende 2017 war herausgekommen, dass Apple bei iPhones mit älteren Batterien die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt hatte. Die Smartphones wurden dadurch langsamer. Das dahinter Apple steckte, hatten viele vermutet, nun wurde es durch Messungen bestätigt. Apple gab die Drosselungen nach Bekanntwerden der Messungen erstmals zu. Das Unternehmen erklärte, die Drosselung der Leistung sei nötig gewesen, damit sich die Smartphones nicht plötzlich abschalteten, wenn der Akku nicht mehr genug Strom liefere.

          Bis Juni 2018 wurden 66 Verbraucherklagen gegen Apple eingereicht. Die Kläger warfen Apple vor, die Batterieleistung älterer iPhones durch Updates bewusst zu verschlechtern. Zudem habe der Technologiekonzern Kunden nicht darauf hingewiesen, dass ein Batteriewechsel viel günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Betroffen sind laut den Vergleichsunterlagen die Modelle iPhone 6, 6Plus, 6s, 6s Plus, 7, 7 Plus und SE und die Betriebssysteme iOS 10.2.1 und iOS 11.2.

          Diejenigen, die gegen Apple geklagt haben, sollen dem Vergleich zufolge Entschädigungen von jeweils 1500 bis 3500 Dollar erhalten. Auf ungleich höhere Summen können ihre Anwälte hoffen: Sie sollen insgesamt bis zu 93 Millionen Dollar erhalten, was 30 Prozent der minimalen gesamten Entschädigungssumme von 310 Millionen Dollar entspricht.

          Die Vergleichsunterlagen erläutern ebenso, weshalb nur amerikanische iPhone-Nutzer von den Entschädigungen profitieren sollen. Apple hatte dargelegt, es gebe zahlreiche „substantielle und prozedurale Differenzen zwischen dem Recht ausländischer Staaten und jenem Kaliforniens“, was den vorgeschlagenen Vergleich andernorts verunmögliche. Bevor der Vergleich in Kraft tritt, entscheidet am 3. April Edward J. Davila, Richter am Bezirksgericht im kalifornischen San Jose, über seine Zulässigkeit.

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