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Ausbau des Auslandsgeschäfts : Tönnies schlachtet künftig auch in China

Frisch geschlachtete Schweine in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies Bild: dpa

Der Fleischkonzern investiert mit einem Partner 500 Millionen Euro in einen Schlacht- und Zerlegebetrieb. Der Standort ist zunächst auf die Schlachtung von 2 Millionen Schweinen im Jahr ausgelegt. Später soll die Kapazität noch steigen.

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          Der größte Fleischkonzern Deutschlands, die Tönnies-Gruppe, plant in China den ersten Produktionsstandort außerhalb Europas. In der südwestlichen Provinz Sichuan will Tönnies gemeinsam mit dem dortigen Partner Dekon Group für 500 Millionen Euro einen Schlacht- und Zerlegebetrieb errichten. Der Standort ist zunächst auf die Schlachtung von 2 Millionen Schweinen im Jahr ausgelegt. Später sollen die Kapazitäten auf 6 Millionen Schweine ausgebaut werden.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Die Grundsteinlegung soll im kommenden Jahr stattfinden, die Produktion soll 2022 beginnen. China stellt für Tönnies neben Russland einen der beiden wichtigsten Auslandsmärkte dar. Bislang wird das Land von Deutschland aus mit Tiefkühlfleisch beliefert. „Die Nachfrage nach Schweinefleisch in China und vielen weiteren asiatischen Ländern ist groß und wird in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen“, erläuterte der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies das Vorhaben. Der geplante Gemeinschaftsbetrieb sei der nächste Schritt zur Internationalisierung. Neben Deutschland betreibt die Gruppe mit Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück Werke in Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Spanien und Polen.

          „Der chinesische Lebensmittelmarkt ist aktuell im Umbruch“, berichtete Tönnies-Geschäftsführer Andreas Ruff. Infolge der afrikanischen Schweinepest seien in Teilen des Landes die Bestände gekeult worden. Kleinstbetriebe und Hinterhofhaltungen würden zunehmend durch größere landwirtschaftliche Betriebe ersetzt. „In Sichuan wird der erste Betrieb nach europäischem Standard für Schweinefleischprodukte gebaut“, sagte Dekon-Chef Wang Degen. Dekon betreibt Schweinemastanlagen und gehört zur West Hope Group, einem 1992 gegründeten Mischkonzern mit einem Jahresumsatz von knapp 40 Milliarden Euro.

          Der neue Schlachthof soll größtenteils aus den Mastanlagen von Dekon beliefert werden. Zur Bilanzvorlage hatte Tönnies beklagt, dass die deutsche Fleischindustrie unter Druck stehe. Die Konkurrenz würde den Markt mit günstiger Ware fluten, ohne vergleichbare Standards bei der Tierhaltung einzuhalten. Zudem machten niedrige Verbraucherpreise für Fleisch der gesamten Erzeugerkette in Deutschland zu schaffen. Dass Tönnies im vergangenen Jahr mit 6,6 Milliarden Euro knapp 4 Prozent weniger umsetzte als im Vorjahr, führte die Geschäftsführung auf den gesunkenen Schweinepreis zurück. Insgesamt verarbeitete das Unternehmen in seinen Betrieben 20,8 Millionen Schweine, davon 16,6 Millionen in Deutschland, sowie 440.000 Rinder.

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