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Sanofi-Manager im Gespräch : „Wer als erster den Impfstoff hat, kommt als erster aus der Wirtschaftskrise“

David Loew Bild: Céline Clanet / Interlinks Image

David Loew erklärt, wie Sanofi-Pasteur im nächsten Jahr bis zu 600 Millionen Dosen des Impfstoffes gegen Covid-19 produzieren will, warum Europa Garantien geben muss und die Grippe-Impfung so wichtig ist.

          6 Min.

          Auf Herdenimmunität zu setzen, gilt als zu gefährlich. Die Alternative ist, sich weltweit einzuschränken, bis ein Impfstoff da ist. Sie leiten die Impfstoffe-Tochtergesellschaft von Sanofi, einem der vier größten Hersteller der Welt. Wann dürfen wir mit dem Impfstoff gegen Covid-19 rechnen?

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die Frage ist, wie Sie das meinen. Wenn es heißt, dass ein Impfstoff in ganz kleinen Dosen für Notsituationen irgendjemandem in den Vereinigten Staaten geliefert wird, dann ist das nicht, wovon wir reden. Wir haben eine Weltbevölkerung von 7 bis 8 Milliarden Menschen. Wenn Sie annehmen, dass Sie zwei Dosen brauchen, hätten wir also einen Bedarf von 16 Milliarden Dosen. Sagen wir mal, dass die Hälfte der Bevölkerung geimpft wird, sind wir also bei 8 Milliarden Dosen. Das sind gigantische Volumen, die man sich  kaum vorstellen kann. Zum Vergleich: Sanofi Pasteur produziert heute über alle Impfstoffe hinweg mit seinen 12.000 Mitarbeitern 1 Milliarde Dosen im Jahr. Wir stehen vor einer Herausforderungen, wie wir sie noch nie gesehen haben.

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