https://www.faz.net/-gqi-9xtlu

Für Einsatz in Corona-Krise : Rewe-Mitarbeiter bekommen einen Bonus

Bitte Abstand halten: Kassiererin von Penny hinter einer Schutzwand Bild: dpa

Die Mitarbeiter in den Supermärkten und der Logistik von Rewe und Penny bekommen eine Sonderprämie für ihre Arbeit in der Coronakrise. Andere Lebensmittelhändler in Deutschland dürften nachziehen.

          2 Min.

          Der Lebensmittelhändler Rewe will die Beschäftigten in seinen Supermärkten und den Discountern von Penny für den Einsatz in der Corona-Krise belohnen. Für die Mitarbeiter in den Märkten und der Logistik gebe es einen Bonus von insgesamt mehr als 20 Millionen Euro, hieß es am Dienstag aus dem Unternehmen. „Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise“, sagte ein Rewe-Sprecher.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Rewe-Gruppe habe schon vor zwei Wochen in unterschiedlichen Ländern begonnen, seine Mitarbeiter über Sonderleistungen zu informieren. Das erste Land war Italien, auch in Österreich in den Märkten von Billa, Merkur, Penny und Bipa bekommen die 40.000 Mitarbeiter in Filialen, Lagern und der Logistik einen Bonus auf die Mitarbeiterkarte gebucht.

          In Deutschland soll das Geld auch vor Ostern unabhängig von der Gehaltszahlung auf den Karten landen. Die Gutschrift wird dadurch praktisch zu einer Netto-Zahlung, die Höhe hängt unter anderem von der Funktion ab und davon, ob die Mitarbeiter in Vollzeit oder Teilzeit arbeiten.

          F.A.Z.-Newsletter Familie
          F.A.Z.-Newsletter Coronavirus

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          In anderen Ländern zahlen Handelsketten schon Prämien

          Grundsätzlich müssen Personalrabatte, wie die Gutschrift auf die Mitarbeiterkarte oder die 5 Prozent, die Rewe-Mitarbeiter in den eigenen Supermärkten beim Einkauf sparen, dann versteuert werden, wenn sie 1080 Euro im Jahr übersteigen. Wenn ein Bonus hingegen zusammen mit dem Gehalt überwiesen wird, muss der auch versteuert werden. Der Präsident des Handelsverbands HDE, Josef Sanktjohanser, hat deshalb in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel um eine Steuerbefreiung von Sonderzahlungen gebeten. „So würde die finanzielle Entlohnung dafür, dass unsere Beschäftigten in der Krise den Laden am Laufen halten, ungeschmälert bei den Betroffenen ankommen“, schreibt Sanktjohanser.

          Es ist wahrscheinlich, dass auch die anderen großen Lebensmitteleinzelhändler ihren Mitarbeitern Boni zahlen werden. Gerade in den Sozialen Netzwerken ist der Druck auf die Händler groß, ihren Dank an die Mitarbeiter nicht nur mit Worten auszudrücken. „Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können“, heißt es etwa von Aldi Süd auf Anfrage. „Wir wissen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Filialen und in der Logistik Außerordentliches leisten“, sagte ein Sprecher.

          Im Ausland sind schon in den vergangenen Tagen von mehreren Handelsketten Prämien ausgelobt worden, in Frankreich etwa zahlt der familieneigene Anbieter Auchan 1000 Euro an jeden der 65.000 Mitarbeiter, die Konkurrenten Carrefour und Intermarché haben nachgezogen. In Amerika hatte der Drogeriemarktbetreiber Walgreens angekündigt, seinen Vollzeitbeschäftigten 300 Dollar auszuzahlen, die britische Kette Tesco zahlt ihren Mitarbeitern einen Bonus von 10 Prozent auf den Stundensatz.

          Topmeldungen

          Die Geduld der Amerikaner werde getestet, sagte Präsident Donald Trump.

          Corona-Krise : Trump schwört Amerika auf Tragödie ein

          Wie bereits in China baut nun das Militär in den Vereinigten Staaten temporäre Coronavirus-Spitäler auf. Die Regierungsprognosen für die Anzahl an Virustoten ist niederschmetternd.
          Auf sich allein gestellt: Migranten im spanischen Lepe

          Asylbewerber ohne Hilfe : Nach Spanien kommen kaum noch Migranten

          Vor der Corona-Krise landeten zeitweilig nirgendwo in Europa so viel Migranten wie in Spanien. Jetzt kommen nur sehr wenige. Die 120.000 Asylbewerber, die sich bereits im Land befinden, sind nun auf sich allein gestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.