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Islamisches Opferfest : Taliban verkünden dreitägige Waffenruhe

  • Aktualisiert am

Nach einem Anschlag der Taliban am 13. Juli 2020 in der afghanischen Stadt Aybak Bild: AFP

Bald beginnt das Opferfest der Muslime. Die Taliban wollen deshalb für 72 Stunden die Waffen ruhen lassen. Afghanistans Präsident hatte sie dazu aufgefordert.

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          Wenige Tage vor Beginn des islamischen Opferfests Eid al-Adha haben die Taliban eine dreitägige Waffenruhe angekündigt. Diese beginne in der Nacht zum Freitag und werde 72 Stunden dauern, sagte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Die Taliban wiesen ihre Kämpfer an, sich nur im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Den Taliban sei während der Phase nicht erlaubt, in „feindliche“ Gebiete zu gehen.

          Bereits Ende Mai gab es in Afghanistan während des Festes des Fastenbrechens eine dreitägige Waffenruhe. Danach war der Konflikt zwischen der afghanischen Regierung und der islamistischen Gruppe wieder aufgeflammt. Präsident Aschraf Ghani hatte die Taliban am Dienstag zu einer Feuerpause während des Opferfests aufgefordert. Seit dem Abkommen der Vereinigten Staaten mit den Taliban Ende Februar seien 3560 afghanische Soldaten getötet, weitere 6781 verwundet worden, so Ghani.

          Seit Wochen drängen Afghanistans Regierung und internationale Akteure auf einen Beginn der geplanten innerafghanischen Friedensgespräche, um den blutigen Konflikt mit den Taliban zu beenden. Doch im Streit um einen Gefangenenaustausch war der Prozess ins Stocken gekommen. Der Konflikt geht weiter. Mehr als 1200 Zivilisten wurden 2020 laut einem UN-Bericht in der ersten Jahreshälfte in Afghanistan getötet.

          Die Taliban betonten unterdessen, keine Alleinherrschaft im Land anzustreben. „Unsere klare Botschaft lautet nach wie vor, dass wir kein Machtmonopol anstreben, weil all die verschiedenen afghanischen Stämme und Ethnien aufeinander angewiesen sind“, sagte Talibanführer Haibatullah Achundsada in einer Mitteilung zum Opferfest am Dienstag. Gleichzeitig betonte er das Ziel der Taliban einer rein islamischen Regierung, ohne darauf einzugehen, wie sich diese von der derzeitigen Islamischen Republik Afghanistans unterscheiden würde.

          Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network sagte: „Die Taliban befinden sich vor allem wegen der Ungeduld Trumps, die US-Truppen abzuziehen, eventuell auch bevor es eine politische Lösung gibt, in einer komfortablen Situation. Der Zeitfaktor wirkt zu ihren Gunsten. Formal verletzen sie mit ihren Operationen und Anschlägen das Abkommen mit den USA nicht. Ein Abkommen mit der Kabuler Regierung gibt es ja noch nicht.“

          Die Vereinigten Staaten hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Qatar) ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Bis zu 5000 Taliban sollen im Tausch gegen 1000 Gefangene der Rebellen freikommen.

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