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Entführung im Irak : Hella von Bagdad

Keiner würde in Bagdad auf die Idee kommen, Rad zu fahren. Nur Hella Mewis. Bild: AP

Die im Irak entführte Deutsche ist wieder frei. Sie hatte mutige Pläne für das kriegszerstörte Land. Doch die wurden erst einmal durchkreuzt.

          3 Min.

          Eigentlich ist Hella Mewis Berlinerin. Aber im Irak kennt man sie als „Hella Baghdadiyya“, also: Hella von Bagdad. So nannte sie sich, als sie die irakische Hauptstadt zu ihrer neuen Heimat machte. Und so riefen sie die Iraker in der Altstadt, wenn sie an ihnen vorbei radelte. Keiner dort würde auf die Idee kommen, mit dem Rad zu fahren, aber für die blonde Deutsche hielten die Polizisten regelmäßig den chaotischen Verkehr an, lotsten sie mit einem Gruß über die Kreuzung. So erzählt es Akram Assam am Telefon, ein enger Freund von Hella Mewis. Viele Jahre haben die beiden zusammen in Bagdad gearbeitet, mittlerweile studiert Assam Theater in Amsterdam. „Wir alle lieben sie“, sagt er über Hella Mewis.

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am Montag dann war Hella Mewis plötzlich weg. Sie kam gerade vom Bayt Tarkib, dem Kulturzentrum, das sie mit jungen Künstlern in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Es war ihr ganzer Stolz; Heimat und Hoffnungsort für alle, die von einem freien, friedlichen Irak träumten, frei von den Einflüssen Irans, Saudi-Arabiens und Amerikas, frei vom Hass zwischen Sunniten und Schiiten, Arabern und Kurden.

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