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Homosexualität und Kirche : Nicht katholisch genug für die Schule

Klage wird wohl keinen Erfolg haben

Joshua Payne-Elliott hat die Erzdiözese wegen Diskriminierung und wegen Eingriffs in seinen Arbeitsvertrag mit der Cathedral High School verklagt. Er verlangt, wieder eingestellt zu werden, außerdem Schadenersatz in unbestimmter Höhe. Wenn nicht alles täuscht, hat die Klage wenig Aussicht auf Erfolg. Denn das Oberste Gericht in Washington hat in mehreren Grundsatzurteilen das Recht religiöser Gemeinschaften bestätigt, dass diese von angestellten „Verkündern“ ihrer Dogmen und Überzeugungen verlangen dürfen, diesen auch im Privatleben zu folgen. Nicht umsonst hatte Erzbischof Thompson in seinem Schreiben an die beiden katholischen Schulen die Forderung, die verheirateten schwulen Lehrer zu entlassen, damit begründet, dass deren Lehramt dem Priesteramt vergleichbar sei.

Zu anhaltender Unruhe im katholischen Kirchenleben in Indiana und in ganz Amerika hat aber nicht die Entlassung Joshua Payne-Elliotts aus der Cathedral High School geführt, sondern die Rebellion der Brebeuf School zugunsten von Layton Payne-Elliott. In einem Schreiben der Schulleitung unter Pater William Verbryke war zu lesen, man widersetze sich „mit allem Respekt“ der Forderung, „einen hochqualifizierten und fähigen Lehrer zu entlassen, nur weil dieser in einer anerkannten gleichgeschlechtlichen Gemeinschaft lebt“.

Daraufhin entzog der Erzbischof der Schule die Anerkennung als katholische Bildungseinrichtung und untersagte ihr, die Messe zu feiern. Ausdrücklich verbot es Thompson auch, am 15. August den üblichen Gottesdienst zum Schuljahresbeginn in der Kapelle der Brebeuf School zu veranstalten. Der von der Erzdiözese gegen die jesuitische Schule ausgesprochene „Kirchenbann“ hatte auch zur Folge, dass „gehorsame“ katholische Schulen in Indiana die Athleten von Brebeuf bei ihren Wettbewerben nicht mehr dabei haben wollten. Die Sportler der Brebeuf School waren plötzlich nicht mehr „katholisch genug“, um gegen die „echt katholischen“ Athleten fügsamer Schulen wie der Cathedral High School anzutreten.

Über die zuständige Provinz des Jesuitenordens, der die Aufsicht über Brebeuf führt, reichte die Schule Widerspruch gegen den Beschluss der Erzdiözese bei der Kongregation für das katholische Bildungswesen im Vatikan ein. Da die Mühlen des Kirchenrechts langsam mahlen, dürfte die Entscheidung einige Monate, wenn nicht Jahre auf sich warten lassen. Bei Brebeuf hofft man vielleicht, Papst Franziskus, der erste Jesuit an der Spitze der Weltkirche, könnte den Ausgang des Konflikts zugunsten der jesuitischen Schule beeinflussen. Aber in seiner Eigenschaft als Kirchenoberhaupt dürfte Franziskus gerade umgekehrt eher der Position der Hierarchie zuneigen, die dem notorisch vorpreschenden Jesuitenorden wieder einmal das Gängelband des Kirchenrechts hat anlegen müssen.

Aufgeschoben statt aufgehoben

Am vergangenen Dienstag gab es in der Sache eine Art Pausenpfiff des Vatikans. Die Kongregation für das Bildungswesen setzte die von Erzbischof Thompson gegen Brebeuf verhängten Sanktionen vorübergehend aus. Damit darf an der Schule wieder die Messe gefeiert werden. Zur besonderen Freude von Schulleiter Pater Verbryke auch am 24. Oktober, wenn die Schule den Gedenktag ihres Namenspatrons begeht. In einer Mitteilung an die Schüler und Lehrer warnt der Pater aber vor voreiligen Schlüssen: „Die vorübergehende Aufhebung des erzbischöflichen Erlasses bedeutet nicht, dass die Angelegenheit geklärt oder eine Entscheidung getroffen ist. Sie bedeutet auch nicht, dass die Bildungskongregation in dieser Sache zu einer bestimmten Seite tendiert.“ Die Erzdiözese Indianapolis teilte ihrerseits mit, dass eine temporäre Aufhebung von Sanktionen zur „normalen, kirchenrechtlichen Vorgehensweise“ gehöre. Die endgültige Entscheidung beeinflusse das nicht.

Cheftrainer Layton Payne-Elliott hatte schon zuvor Anlass zur Freude. Seine 5000-Meter-Läufer belegten am vergangenen Wochenende beim „Flashrock Invite“ in Carmel den zweiten Platz. Sieger bei dem für staatliche, private und konfessionelle High Schools offenen Wettbewerb wurde die Concordia Lutheran High School aus Fort Wayne. Solange die Sanktionen des Erzbischofs gegen Brebeuf auf Geheiß des Vatikans suspendiert bleiben, dürfen sich Layton Payne-Elliotts junge Leichtathleten auch wieder an Wettbewerben nur für katholische Privatschulen beteiligen. Fürs Erste sind sie ja wieder „katholisch genug“, um zum Beispiel mit den Jungs und Mädchen von der Cathedral High School um die Wette zu laufen. Wen würde bei diesem Duell wohl der gemäß erzbischöflichem Befehl von der Schule entlassene Joshua Payne-Elliott anfeuern?

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