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Reiseverkehr in Corona-Zeiten : Grenzkontrollen in Europa sollen Mitte Juni auslaufen

Erleichterungen gelten schon jetzt an der deutsch-österreichischen Grenze, hier bei Freilassing. Bild: dpa

In fast allen Staaten Europas besteht Interesse an einer Lockerung der Beschränkungen an den Grenzen. Das ergaben Konsultationen, die Heiko Maas mit den Außenministern der neun deutschen Nachbarländer geführt hat.

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          In Europa zeichnet sich die Tendenz zur Lockerung und Aufhebung fast aller Grenzkontrollen bis Mitte Juni ab. Nach einer ersten Koordinierungsrunde mit den Außenministern der deutschen Urlaubsländer am Montag hat Außenminister Heiko Maas am Mittwoch Beratungen mit den Außenministern der neun deutschen Nachbarländer anberaumt. In fast allen Staaten, nicht nur in den Urlaubsländern und Reiseregionen, wird Interesse an einer Lockerung der bestehenden Beschränkungen geäußert. Als erstes Nachbarland hat Luxemburg am vergangenen Wochenende alle Einschränkungen im Grenzverkehr mit Deutschland aufgehoben.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Auch die europäischen Tourismusminister haben am Mittwoch in Brüssel Beratungen über die Bedingungen aufgesetzt, unter denen der Reiseverkehr wieder in Gang kommen kann. Sie befassen sich unter anderem mit den Hygienevorschriften, die künftig auf Flugreisen und an beliebten Urlaubsorten gelten sollen. Die Grundlage aller Öffnungen sollen die Empfehlungen bleiben, die am vergangenen Mittwoch von der EU-Kommission vorgelegt worden sind. Sie sehen ein schrittweises und koordiniertes Vorgehen vor, das Rücksicht nimmt auf die Infektionslage in den betreffenden Ländern.

          Kein einheitlicher Stichtag

          In Berlin rechnet man nicht damit, dass sich die europäischen Länder auf einen bestimmten Stichtag einigen, zu dem sämtliche Kontrollen entfallen würden. Vielmehr sei es wahrscheinlich, dass alle Länder sich an der Lage zuhause und in ihren unmittelbaren Nachbarstaaten orientierten. Dänemark muss bei der Entscheidung über eine Grenzöffnung zu Deutschland nicht nur die Lage hierzulande und vor allem in Schleswig-Holstein beachten, wo das Infektionsgeschehen gering ist, sondern auch die Lage im benachbarten Schweden. Es hieß, wichtig sei vor allem, dass die nationalen Entscheidungen koordiniert und aufeinander abgestimmt würden und dass kein Land von den Maßnahmen des Nachbarlandes überrascht werde.

          Der Wille zur Lockerung bestehender Kontrollen und Beschränkungen wird in vielen europäischen Hauptstädten geäußert und in bilateralen Bekundungen dokumentiert. Zwischen Deutschland und Frankreich ist etwa die Öffnung sämtlicher Grenzübergänge, auch der vielen gegenwärtig gesperrten kleinen Übergänge, vereinbart worden; die Einschränkungen für den Personenkreis, der reisen darf, und die Kontrollen an den Grenzen sollen voraussichtlich am 15. Juni enden. In Berlin wurde darauf hingewiesen, dass die Entscheidungen zum Wiederaufleben des Reiseverkehrs einer gemeinsamen Anstrengung vieler Ressorts bedürfen. In allen Staaten sind nicht nur die Außenminister damit befasst, sondern auch die jeweiligen Innenressorts, die Ministerien für Wirtschaft und Tourismus und für Gesundheit.

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