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Ungarn und Rumänien : Hundert Jahre Streit um Siebenbürgen

Lange ungarische Geschichte in Rumänien: Reiterstandbild des ungarischen Herrschers Matthias in Kolozsvar. Bild: EPA

Der 4. Juni ist in Rumänien ein Feiertag, in Ungarn gilt er als Tag der nationalen Katastrophe: Vor 100 Jahren wurde Siebenbürgen mit seiner ungarischen Bevölkerung dem Nachbarstaat zugeschlagen. Nationalisten auf beiden Seiten schüren bis heute das Misstrauen.

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          Der letzte der Pariser Vorortverträge, mit denen nach dem Ersten Weltkrieg die Landkarte Europas neu gezeichnet wurde, betraf das Gebiet des vormaligen Königreichs Ungarn. Es war als Teil der k.u.k.-Monarchie mit ihr untergegangen. In Trianon, einem einstigen Lustschloss der französischen Könige, wurde besiegelt, dass der neue ungarische Staat nur mehr ein Drittel des Gebietes umfassen sollte, das vormals der Stephanskrone unterstand. Ein Drittel aller Menschen mit ungarischer Muttersprache lebten seither außerhalb der Grenzen Ungarns.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Die abgetrennten Gebiete gingen an neugebildete Staaten, die es heute so gar nicht mehr gibt – die Tschechoslowakei, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen –, kleine Teile auch an „Deutschösterreich“, Polen und Italien. Das größte Stück einschließlich des historischen Fürstentums Siebenbürgen fiel an Rumänien. Wenn sich die Unterzeichnung des Vertrags von Trianon am 4. Juni zum hundertsten Mal jährt, könnte das Gedenken gegensätzlicher nicht sein als in Ungarn und Rumänien.

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