https://www.faz.net/-gpg-9yrie

Schule in der Corona-Krise : 150 Euro für das digitale Lernen

  • Aktualisiert am

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Bild: dpa

Um den Online-Unterricht zu fördern, sollen bedürftige Schüler einen Zuschuss für die Anschaffung von Laptops und anderen Geräten erhalten, sagt Bildungsministerin Karliczek. Details nennt sie nicht – denn Schulpolitik ist Ländersache.

          2 Min.

          Bedürftige Schüler in Deutschland sollen einen Zuschuss von 150 Euro für den Kauf eines Laptops oder anderen Gerätes für den Unterricht zu Hause erhalten. Das sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin. Nach dem Koalitionsbeschluss, bedürftige Schüler in der Corona-Krise mit einem Zuschuss für den Kauf von Laptops oder Tablets zu unterstützen, suche man nach einem schnellen Weg, wie die insgesamt 500 Millionen Euro – die auch den Schulen für die Erstellung von Online-Lehrangeboten zugutekommen sollen – zielgenau eingesetzt werden könnten, sagte die CDU-Politikerin weiter. Details könne sie noch keine nennen. Für die Schulpolitik sind in Deutschland die Bundesländer selbst zuständig.

          „Wir werden für die Bildung unserer Kinder auch in diesen Tagen und auch in dieser Lage alles möglich machen, was möglich zu machen ist“, sagte Karliczek. Es gehe darum, jetzt kurzfristige Hilfe zu leisten, dass digitaler Unterricht überall stattfinden könne, so dass die Frage, ob Kinder abgehängt würden, sich nicht mehr stelle.

          Union und SPD hatten sich im Koalitionsausschuss auf ein „Sofortausstattungsprogramm“ von über 500 Millionen Euro verständigt. Das Geld sollen die Schulen für Online-Lehrangebote nutzen.

          Vor dem Hintergrund flächendeckender Schulschließungen hatten Bildungsexperten immer wieder davor gewarnt, dass Schüler aus ärmeren Familien abgehängt werden könnten, wenn sie keine Geräte für derzeit über E-Mail und andere elektronische Kanäle stattfindende Kommunikation mit den Lehrern haben.

          Die Kultusministerkonferenz der Länder begrüßte die Koalitionsbeschlüsse zur finanziellen Unterstützung von digitalem Unterricht begrüßt. „Bildung gelingt dann, wenn Land, Bund und Kommunen in ihren unterschiedlichen Verantwortungsbereichen gut zusammenarbeiten“, erklärte die KMK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag in Mainz. „Ich habe immer betont, dass digitale Bildung und der Zugang zu Endgeräten unter den Aspekt der Teilhabe fällt und mich deshalb dafür eingesetzt, dass Schülerinnen und Schüler hier unterstützt werden sollen“, erklärte Hubig. Sie verwies auf zusätzliche Unterstützung seitens der Länder, beispielsweise in Rheinland-Pfalz durch die Bereitstellung von 25.000 Leihgeräten für Schüler.

          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte in Berlin zu den Koalitionsbeschlüssen, es sei ihm wichtig, „dass die Kinder, die es in der Schule ohnehin schon schwer haben, jetzt nicht abgehängt werden, weil ihnen zum Beispiel zu Hause der Computer fehlt“. Darum helfe der Bund nun „besonders Familien und Kindern, die wenig Geld haben“.

          Giffey: „Frage der Chancengerechtigkeit“

          „Dass alle Kinder technisch für das digitale Lernen ausgestattet sind, ist eine Frage der Chancengerechtigkeit“, erklärte auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). „Auch Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern haben das Recht, beim Lernen im 21. Jahrhundert genauso mithalten zu können wie alle anderen auch“, betonte sie weiter. Es dürfe keine „digitale und soziale Spaltung von Schülerinnen und Schülern“ geben. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erhalten derzeit 47 Prozent der Schülerinnen und Schüler täglich Lehrmaterialien von ihrer Schule, weitere 47 Prozent zumindest einmal öffentlich. Für den Kontakt zwischen Lehrern würden dabei verschiedene Kanäle genutzt, vor allem aber Online-Plattformen und E-Mails.

          Topmeldungen

          Werder Bremen: Pure Freude

          Werder bleibt in Bundesliga : Mit Ach und Krach

          „Scheiß Saison, gutes Ende“: Werder bleibt der Fußball-Bundesliga doch noch erhalten, Trainer Florian Kohfeldt ist einfach nur froh. Beim 1. FC Heidenheim genügt den Bremern ein 2:2-Remis, sie profitieren von einem kuriosen Eigentor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.