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Ärzteverband findet : Masken im Unterricht ergeben „überhaupt keinen Sinn“

  • Aktualisiert am

Ein Grundschüler mit einer Maske in Dresden Bild: dpa

Am kommenden Montag starten in Nordrhein-Westfalen wieder die Schulen. Dort soll auch im Unterricht eine Maske getragen werden. Der Marburger Bund findet das sinnlos.

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          Der Ärzteverband Marburger Bund hat eine Maskenpflicht im Schulunterricht – wie von Nordrhein-Westfalen vorgesehen – als sinnlos kritisiert. „Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung“, sagte die Bundesvorsitzende Susanne Johna im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Sinnvoll ist die Maske dann, wenn es eng wird, etwa beim Verlassen der Klasse, vor dem Schulkiosk oder auf dem Pausenhof, wenn mehrere Klassen gleichzeitig Pause haben.“

          Mehrere Länder haben eine Maskenpflicht an Schulen angekündigt. In Nordrhein-Westfalen müssen vom kommenden Montag an Schüler an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen eine Mund-Nase-Maske tragen. Das gilt zunächst bis zum 31. August sowohl im Schulgebäude als auch im Unterricht. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung auch für sie.

          In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Schulen seit Montag wieder geöffnet sind – und wo bereits zwei Schulen am Freitag wegen des Coronavirus geschlossen wurden –, gilt beispielsweise eine Maskenpflicht nur auf dem Schulgelände, nicht aber im Unterricht selbst.

          Zugleich warnte der Ärzteverband Marburger Bund vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie in Deutschland. „Wir sehen schon einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionszahlen – er ist flach, aber er ist da“, sagte Johna der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig scheine die Bereitschaft zum Einhalten der Schutzregeln bei einem kleineren Teil der Bevölkerung abzunehmen. „Man muss also von einem Trend sprechen, der uns klarmacht, dass es so nicht weitergehen kann.“ Abstandsregeln, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

          Johna mahnte, es gebe Dinge, die man sich jetzt nicht leisten sollte. „Dazu gehört, es zu tolerieren, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr die Maske als Kinnschutz tragen. Das ist auch schnell eine Großverderstanstaltung, wenn in einem vollen Waggon viele Menschen eng beieinanehen.“ Vielleicht müsse man manche auch wieder damit konfrontieren, dass die Covid-19-Erkrankung nach wie vor gefährlich sei. „Viele empfinden das nicht mehr als Realität, weil sie in ihrem Bekanntenkreis niemanden kennen, der relevant erkrankt ist.“ Manche hätten so das Gefühl, es sei weit weg. „Aber es ist nicht weit weg.“

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