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11. September : Tausend Gutachten später

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Ground Zero, aufgenommen am 23. September 2001 aus 1000 Meter Höhe Bild: NOAA

Fünf Jahre nach dem Einsturz des World Trade Centers gibt es unzählige Fakten und Meinungen darüber, wie es überhaupt zum Einsturz der Zwillingstürme kommen konnte. Das Ziel dieser Diskussionen ist klar: Solche Katastrophen dürfen nicht wieder passieren.

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          Auf unfaßbare Ereignisse wie die des 11. September 2001 reagieren Menschen auf verschiedene Weise. Manche blenden die Bilder einfach aus und leben weiter wie bisher. Andere verbohren sich in die Meinung, daß das, was da zu sehen ist, nicht sein kann, daß da doch mehr dahinterstecken muß, irgendeine unsichtbare Hand oder finstere Verschwörung. Wieder andere versuchen, den Tatsachen mit wissenschaftlichen Methoden vollständig auf den Grund zu gehen.

          Letzteres ist ein mühsames Geschäft und nährt gerade dadurch nicht selten Verschwörungstheorien. Etwa wenn die Berichte der Sachverständigen so dick werden, daß nur sehr geduldige Menschen sie lesen. Oder wenn Polizei und Geheimdienste sicherheitskritische Erkenntnisse zurückhalten, obgleich sich das eigentlich von selbst versteht. Den Regierenden bleibt trotzdem nichts anderes übrig. Schon Präsident Carter hatte 1979 für nationale Notfälle die „Fema“ (Federal Emergency Management Agency) gegründet. Sie wurde damals aus mehreren kleinen Agenturen zu einem Apparat zusammengefügt und zählt heute 2.600 Angestellte.

          Rätselhafte Einstürze

          Unter dem Dach dieser Behörde begannen Experten am 12. September im Schutt des World Trade Center mit der Schadensaufnahme. Ihr Auftrag war vor allem, zu erkunden, wo anschließend detaillierte Untersuchungen ansetzen müßten. Denn so manches war damals rätselhaft. So verstand man nicht, warum nicht nur die beiden großen, von Flugzeugen getroffenen Türme (WTC 1 nördlich und WTC 2 südlich), sondern nach ihnen auch noch das Gebäude WTC 7 beinahe mit der Geschwindigkeit ungehinderten Falls in sich zusammenbrechen konnten. WTC 7 stand etwas abseits und war mit 47 Stockwerken halb so hoch wie die beiden Türme, aber ebenfalls ein Riese des Stahlskelettbaus.

          Die stärksten Zerstörungen richtete das Flugbenzin an, das sich wie ein Fluß in das Gebäude ergoß
          Die stärksten Zerstörungen richtete das Flugbenzin an, das sich wie ein Fluß in das Gebäude ergoß : Bild: Purdue University

          Kein Flugzeug hatte ihn getroffen, nur die Trümmer des Nordturms waren auf ihn eingeprasselt. In seinem Inneren wüteten heftige Brände, gegen die schon wegen des drohenden Einsturzes zunächst nichts unternommen werden konnte. Nach rund sieben Stunden, gegen 17.20 Uhr, brach WTC 7 binnen weniger Sekunden vollständig zusammen. Auch ein Trakt des benachbarten neunstöckigen Bürobaus WTC 5, den vergleichsweise wenige Trümmer erwischt hatten, brannte und stürzte ein. Diese Merkwürdigkeit hielt der 296seitige Bericht fest, den die Fema im Mai 2002 veröffentlichte: „Vor diesen Ereignissen ist noch niemals ein brandgeschützter Stahlskelettbau - die gebräuchlichste Form von Geschäftsbauten in Amerika - durch Feuereinwirkung zusammengebrochen.“

          Flugzeugbenzin verbreitete sich durch Aufzüge

          Es war etwas geschehen, was man nicht kannte und noch nicht verstand. Die 27 Autoren des Berichts (einzusehen unter www.fema.gov) konnten aber vieles bereits zweifelsfrei festhalten: Schon beim Einschlag der Flugzeuge in die beiden Haupttürme waren ganze Stockwerke aufgerissen worden. Das Flugbenzin verging nicht sofort in Feuerbällen. Vielmehr brannte ein Teil an den Einschlagstellen noch zehn Minuten lang weiter. Ein anderer Teil floß die Fahrstuhlschächte und Versorgungsröhren hinunter, ehe er weiter unten explodierte, sobald Dämpfe im rechten Mischungsverhältnis mit Luftsauerstoff auf einen Funken trafen.

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