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VW Up Der Winzling aus Wolfsburg

23.08.2011 ·  VW führt nicht alle Tage eine neue Modellreihe ein. Der „up!“ ist Vorbote einer ganzen Zwergenflotte. Er startet mit drei Türen, drei Zylindern und beinahe sogar nur drei Liter Verbrauch.

Von Tom Debus
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Das kleinste Auto hat das Zeug zum größten Star: Wenn in drei Wochen in Frankfurt die Internationale Automobilausstellung (IAA) ihre Pforten öffnet, dann blickt alle Welt gespannt auf einen winzigen Dreitürer aus Wolfsburg: den „up!“ Nicht alle Tage führt VW eine neue Modellreihe ein, für die es sogar einen neuen Baukasten gibt. Der Up, der technisch zwar von Heck- auf Frontantrieb wechselt, aber zumindest äußerlich nahe an der IAA-Studie von 2007 bleibt, steht in der Tradition von Lupo und Fox und soll in Europa noch im Dezember in den Handel kommen.

Los geht es mit einem Dreitürer, der mit 3,54 Meter fast einen halben Meter kürzer ist als der Polo. Er ist 1,64 Meter breit, 1,48 Meter hoch und der Vorbote einer ganzen Zwergenflotte, die intern „New Small Family“ heißt. Zu ihr dürfte neben einer abgespeckten Billigversion für Länder wie Indien oder Brasilien und den Up-Ablegern von Seat und Skoda auch ein winziger Van im Geist der Studie „Space-up!“ zählen. Außerdem hat VW schon für 2013 einen „e-up!“ mit Elektroantrieb versprochen.

Um auf kleiner Fläche möglichst viel Raum zu schaffen, hat der Up die Grundform einer Schuhschachtel. Allerdings hat VW-Designchef Klaus Bischoff der Kiste einen sympathischen Charakter gegeben. Die Ecken sind leicht abgerundet, es gibt im Gegensatz zur Studie von 2007 noch den Rest einer Motorhaube, im Gesicht trägt er ein charmantes Lächeln, und die Kehrseite wirkt mit der rahmenlosen Heckklappe aus dunklem Glas zugleich leicht, breit und praktisch. Weil zudem der Radstand stolze 2,42 Meter misst, verspricht VW nicht nur genügend Platz für vier Passagiere, sondern obendrein 251 Liter Kofferraum. Das sind 90 Liter mehr als etwa beim Mini und nur 30 Liter weniger als beim Polo.

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© Hersteller Kurzware: Bei 3,54 Meter ist Schluss

App-Store passend zum Auto

Auch innen gibt der Up den Sympathieträger und lockt mit einem farbenfrohen Ambiente. Das eher dürftig bestückte Armaturenbrett rund um den großen Tacho, das kleine Klima-Bedienfeld und die Türtafeln werden deshalb in spezielle Dekofolien gehüllt oder in einer der fünf Wagenfarben lackiert. Dazu gibt es als Tribut an die Generation Internet ein portables Navigationssystem, das zum digitalen Wegbegleiter für Information und Unterhaltung werden soll. In seine Halterung über der Mittelkonsole eingesteckt, wird es komplett ins Informationsnetzwerk des Wagens integriert und so zur erweiterten Anzeige für den Bordcomputer. Außerdem entwickelt VW passend zum Auto einen eigenen App-Store, über den man ähnlich wie für das iPhone Zusatzprogramme in den Wagen laden und den Up so weiter individualisieren kann.

Ebenfalls neu und für die Niedersachsen ungewöhnlich modern sind die sogenannten „up!boxes“. Das seien kleine Schachteln, in denen jeweils die wichtigsten Utensilien fürs Reisen vereint werden, heißt es in Wolfsburg. So wird es neben der City- oder der Travelbox zum Beispiel eine Kidsbox geben, in der eine Windeltasche, ein Kuscheltier und eine Brotdose stecken.

Up Ecofuel mit Erdgasumrüstung in Aussicht

Über solche Nebensächlichkeiten hat VW die eigentliche Technik aber nicht vergessen. So rühmen sich die Niedersachsen zum Beispiel des ersten City-Notbremssystems in dieser Klasse: Weil der Up mit einem Lasersensor den Bereich vor dem Wagen bis Tempo 30 permanent überwacht, kann er eine Kollision kommen sehen und Alarm schlagen. Ignoriert der Fahrer die Warnung, leitet die Elektronik eine Vollbremsung ein. Selbst wenn der Unfall dann mitunter nicht mehr verhindert werden kann, geht er auf jeden Fall glimpflicher aus.

Auch die Motorenentwickler haben sich ins Zeug gelegt: Sie steuern einen nagelneuen Dreizylinder-Benziner bei, den es zunächst mit einem Liter Hubraum und 44 oder 55 kW (60/75 PS) gibt. Kombiniert mit Start-Stopp-Automatik und anderen Blue-Motion-Techniken, kommt der Up damit auf einen Verbrauch von 4,2 und 4,3 Liter und ist fast so sparsam wie ein Diesel. Von dem ist in der ersten Veröffentlichung noch nicht die Rede, wenngleich es ohne einen Selbstzünder in Ländern wie Frankreich oder Italien kaum gehen dürfte. Dafür jedoch stellt VW eine andere Version in Aussicht: den Up Ecofuel mit Erdgasumrüstung. 50 kW (68 PS) stark, kann er den CO2-Ausstoß im besten Fall auf 79 g/km senken.

Kurz vor der Premiere in Frankfurt hält sich VW mit Preisen noch bedeckt. Doch wenn es die Niedersachsen damit ernst meinen, dass der Up „das Fahren eines sicheren und sparsamen Neuwagens für viele Menschen erreichbarer denn je“ macht, müssen sie noch gewaltig den Rotstift ansetzen: Denn wenn das derzeitige VW-Einstiegsmodell Fox für 10.725 Euro verkauft wird, dann müsste die Up-Preisliste ein Stück unterhalb von 10.000 Euro beginnen.

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