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Zukunft von Opel Regierung favorisiert Magna - Rüttgers dagegen

22.05.2009 ·  Im Bieterrennen um den angeschlagenen Autobauer Opel hat der kanadische Autozulieferer Magna offenbar die besten Karten - zumindest bei der Bundesregierung. Doch aus Nordrhein-Westfalen kommt Protest: Ministerpräsident Rüttgers will dem Konzept seine Zustimmung verweigern.

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Im Dreikampf um die Zukunft des Autobauers Opel bahnt sich eine rasche Vorentscheidung an. Die besten Karten hat derzeit offenbar der Autozulieferer Magna. In der Bundesregierung zeichnet sich eine Präferenz für das Angebot von Magna ab: Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier bezeichnete das Magna-Konzept als „sehr tragfähig“. Zwar sei in der Sache noch keine abschließende Entscheidung gefallen, sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. Es solle nun aber „insbesondere das Magna-Konzept auf die noch offenen Fragen hin“ geprüft werden.

Eine Grund-Entscheidung soll nach Aussagen von Frank-Walter Steinmeier und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in der nächsten Woche fallen. Drei von vier Ministerpräsidenten in Ländern mit Opel Standorten sprachen sich am Freitag für Magna aus. Nur Nordrhein-Westfalen lehnt das Konzept ab.

Magna nennt weitere Details

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna International will für den Fall einer Opel-Übernahme alle deutschen Standorte des Autobauers erhalten. Auch die Zentrale in Rüsselsheim und die dortige Entwicklungsabteilung sollen erhalten bleiben, wie Magna-Sprecher Daniel Witzani am Freitag in Berlin betonte. Witzani bestätigte, der dem Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Plan sehe eine Beteiligung von jeweils 35 Prozent für die Opel-Mutter General Motors (GM) und die russischen Magna-Partner sowie eine 20-prozentige Beteiligung von Magna vor. Zehn Prozent würde die Opel-Belegschaft halten.

Laut Magna-International-Geschäftsführer Siegfried Wolf lässt sich noch nicht sagen, wie viele Stellen genau abgebaut würden. Magna könne keine Garantie für die Opel/Vauxhall-Werke in England sowie in Antwerpen abgeben. Für diese Standorte werde man allerdings versuchen, „andere europäische Autobauer zu gewinnen“, sagte Magna- Sprecher Witzani.

Beck: Magna würde insgesamat 2500 Stellen in Deutschland streichen

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck will Magna bei einem Zuschlag für Opel rund 2200 Stellen im Bochumer Werk des Autoherstellers abbauen. Im Motoren- und Komponentenwerk Kaiserslautern sollten 280 Arbeitsplätze wegfallen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Insgesamt sehe das Magna-Konzept in Deutschland einen Stellenabbau von 2500 Jobs vor, von dem das
Opel-Stammwerk in Rüsselsheim und das Werk im thüringischen Eisenach kaum betroffen seien. In Europa wolle Magna insgesamt 10.000 Arbeitsplätze bei einer Opel-Übernahme abbauen.

Magna erwartet Staatsgarantien von vier bis fünf Milliarden Euro

Insgesamt erwartet der österreichisch-kanadische Konzern seinem Konzept zufolge Staatsgarantien zur Absicherung des Betriebs bei Opel in Höhe von etwa vier bis fünf Milliarden Euro. Das Magna-Konsortium selbst will nach Angaben von Wolf bis zu 700 Millionen Euro investieren.

Als Chef des neuen Unternehmens kann sich Wolf nach eigenen Angaben den bisherigen GM-Europachef, Carl-Peter Forster, vorstellen. Laut Wolf wird es zwei Jahre dauern, bis die neue Gesellschaft Geld verdient. Befragt dazu, ob Magna sich auch mit dem Finanzinvestor RHJ zusammentun würde, falls man alleine nicht zum Zuge käme, sagte Wolf: „Für uns sind keine Türen zu.“ , obwohl sein Konzept ein Bonbon für die amerikanische Mutter General Motors (GM) beinhaltet: Der Finanzinvestor will sich dem Vernehmen nach zwar beteiligen, das Geschäft aber weiter in Detroit führen lassen.

Das Unternehmen Magna

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna International gilt mit mehr als 240 Produktionsstätten, rund 74.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 23,7 Milliarden Dollar im Jahre 2008 als einer der weltweit größten Zulieferer. Der Nettogewinn lag 2008 bei mehr als 70 Millionen Dollar. Allein in Deutschland unterhält der Konzern inzwischen 35 Fabriken.

Gründer des Konzerns ist der 76 Jahre alte Austro-Kandier Frank Stronach, der in den 1950er Jahren nach Kanada ausgewandert war und den Magna-Konzern 1969 durch eine Fusion seines eigenen Autoteile- Herstellers mit einem kanadischen Hersteller für Rüstungselektronik bildete. In den 1980er Jahren kehrte Stronach nach Österreich zurück, investierte hier rund 1,5 Milliarden Dollar und baute nach und nach vom neuen Standort Oberwaltersdorf bei Wien seine Zentrale Magna Europe auf.

Inzwischen entwickelt und produziert das Unternehmen Teile für fast alle namhaften Autohersteller. Die Tochterfirma Magna Steyr stellt außerdem im Auftrag großer Hersteller auch Fahrzeuge her, darunter etwa die Mercedes G-Klasse und der BMW X3.

Allerdings sind Magna Europe und Magna International massiv von der weltweiten Absatzkrise in der Automobilbranche betroffen. In den Vereinigten Staaten musste deshalb bereits ein Werk mit 1400 Mitarbeitern geschlossen werden. In Österreich wurden Tausende Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt und haben eine Kürzung ihrer Löhne und Gehälter hingenommen.

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