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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vorstandstreffen Magna kommt Übernahme von Opel näher

 ·  Nach Angaben aus Konzernkreisen hat sich Magna mit dem Vorstand des Opel-Mutterkonzerns GM in den wichtigsten Punkten geeinigt. Zum Problem könnte noch werden, dass Magna sein Angebot erst nach dem Ende des Bieterprozesses nachgebessert hat.

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Der Autozulieferkonzern Magna ist der angestrebten Übernahme von Opel einen großen Schritt näher gekommen, hat aber noch nicht den endgültigen Durchbruch erzielt. Nach Angaben aus Konzernkreisen traf sich in der Nacht zum Dienstag die Magna-Spitze mit dem Vorstand des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) am Konzernsitz in Detroit, um die letzten verbliebenen Unstimmigkeiten zu bereinigen. Am Dienstagmorgen amerikanischer Zeit wollte der GM-Vorstand beraten, ob er Magna oder den Bieterrivalen RHJ als Käufer von Opel bevorzugt.

„In den wichtigsten Punkten wurde zwischen GM-Chef Henderson und dem Magna-Eigentümer Stronach eine Einigung erzielt. Die entscheidenden Hürden sind beseitigt“, wird aus Kreisen von Opel berichtet, die sich auf Magna-Chef Siegfried Wolf berufen. Wichtig sei nun eine weiterhin klare Haltung von Bund und Ländern, die zuletzt schon eine Präferenz für Magna im Vergleich zum Bieterkonkurrenten RHJ geäußert hatten.

350 statt 100 Millionen Eigenkapital

Teile des GM-Managements hatten bisher den Finanzinvestor RHJ bevorzugt, weil er Opel enger bei GM belassen würde. Zum Problem könnte auch noch werden, dass Magna sein Angebot erst nach Ende des Bieterprozesses am 20. Juli - und damit eigentlich zu spät - nachbesserte und jetzt 350 statt vorher 100 Millionen Eigenkapital bei Opel einbringen will. An dem Gespräch nahmen auf der Seite von Magna neben Firmengründer und Haupteigentümer Frank Stronach auch Europa-Chef Siegfried Wolf und Autoproduktionschef Herbert Demel teil.

Auf der Seite von GM führte Konzernchef Frederick Henderson die Verhandlungen. Streitpunkte waren zuletzt, wie stark GM noch in die Produktentwicklung von Opel hereinreden darf und welche Rolle der Magna-Finanzierungspartner, die staatliche russische Sberbank, spielt sowie die Vertriebsrechte für die GM-Marke Chevrolet auf dem russischen Markt.

Die Notwendigkeit der Neuordnung

Offiziell wurde über das Ergebnis der Gespräche nichts bekannt. Allerdings gilt es als gutes Zeichen für Magna, dass GM-Chef Henderson den Verkauf von Opel zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht hat. Henderson gilt als konzilianter, weil er - anders als andere GM-Manager - die Notwendigkeit der Neuordnung des GM-Konzerns verinnerlicht habe. Der Vorstand von GM wollte sich am Dienstag eine Meinung über die beiden konkurrierenden Kaufangebote von Magna und RHJ bilden.

Geplant war, eine Empfehlung für den Verwaltungsrat von GM zu erarbeiten, der am Montag tagt. Parallel dazu sollen auch das amerikanische Finanzministerium als Mehrheitseigentümer von GM sowie die Opel-Treuhandgesellschaft als Haupteigentümer von Opel informiert werden. Bund und Länder in Deutschland müssen dem Verkauf zustimmen, da sie Opel einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro gegeben haben.

Magna bietet etwas bessere Konditionen als RHJ

Um die Bundesregierung und GM zu überzeugen, hat Magna sein endgültiges Gebot für Opel geändert. Der Konzern, der Opel gemeinsam mit der russischen Sberbank kaufen will, bietet nun an, mehr Eigenkapital in Opel einzubringen als ursprünglich geplant. Bisher plante Magna mit 100 Millionen Euro Eigenkapital und einem zinslosen Kredit für Opel von 400 Millionen Euro. Jetzt sollen es 350 Millionen Euro Eigenkapital und ein Kredit von 150 Millionen Euro sein. Ergänzt werden soll das Kapital durch einen Staatskredit von 4,5 Milliarden Euro. Damit bietet Magna etwas bessere Konditionen als RHJ. Der Finanzinvestor will nur 275 Millionen Euro Eigenkapital einbringen - allerdings fordert er auch nur 3,8 Milliarden Euro Staatskredit.

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