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Staats-Bürgschaften Opel-Bieter werben mit Rückzahlungsplan

24.05.2009 ·  Magna wie auch Fiat versprechen, im Falle einer Opel-Übernahme mehr als 22.000 von 25.000 Stellen zu erhalten. Am Montag befasst sich auch Angela Merkel mit der Lage. Außenminister Steinmeier forderte derweil Wirtschaftsminister Guttenberg auf, „endlich mit dem Gerede über eine Insolvenz aufzuhören“.

Von Andreas Mihm
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Sowohl Fiat als auch Magna haben angekündigt, nach einer Opel-Übernahme mögliche Regierungs-Bürgschaften schnell zurückzahlen zu wollen. Fiat will diese binnen vier Jahren zurückzahlen, wie aus dem nachgebesserten Übernahmekonzept des italienischen Autoherstellers hervorgeht, der der F.A.Z. vorliegt.

Wörtlich heißt es dort: „6 Milliarden Euro benötigte Staatsbürgschaften, garantierte Rückzahlung binnen vier Jahren“. Damit reduziert Fiat den zunächst verlangten Bürgschaftsrahmen von 7 Milliarden um 1 Milliarde Euro.

Magna dagegen soll einen festen Rückzahlungsplan für Opel-Schulden und eine Dividendensperre vorgesehen haben. Ein Mindestanteil von 30 Prozent des Nettogewinns würde dafür eingesetzt, die Schulden zu begleichen, für die der Staat mit einer Garantie bürgen würde, heißt es in dem Konzept, aus der die Online-Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ zitiert.

Die Frage scheint: Wer bietet weniger Stellenabbau?

Nach dem Fiat-Konzept sollen europaweit zwar bis zu 10.000 Stellen bei Opel/Vauxhall gestrichen werden, „davon weniger als 2000 in Deutschland“. Allerdings garantiert Fiat-Chef Sergio Marchionne, alle Fertigungsstandorte in Deutschland zu erhalten: „Wir haben keine Pläne, Autowerke in Deutschland zu schließen.“ Personalkürzungen soll es in Rüsselsheim und Bochum geben. Am Standort Kaiserslautern soll die Komponentenfertigung erhalten werden. Auch das Werk Aspern in Österreich und Szentgotthard in Ungarn wären von Stellenstreichungen betroffen. In Italien und Polen sind keine Veränderungen geplant. Die bedrohten Standorte in Belgien und Großbritannien spielen in dem Papier keine Rolle.

Magna plant offenbar, 2200 Stellen in Bochum, 100 in Rüsselsheim und 280 in Kaiserslautern abzubauen. Im Eisenacher Werk sollten hingegen sogar Stellen geschaffen werden. Der Finanzbedarf wird insgesamt mit jeweils rund 5 Milliarden Euro in diesem und im kommenden Jahr beziffert. Davon sollten Banken 4,3 Milliarden Euro bereitstellen, 4,5 Milliarden Euro wolle Magna über Darlehen und Kredite finanzieren und 700 Millionen Euro selbst einbringen.

Fiat will mit seinem nachgebesserten „Phönix“-Konzept auch „verbreiteten Missverständnissen“ in der deutschen Öffentlichkeit entgegentreten. Unternehmenschef Marchionne versichert, Fiat wolle sein gesamtes Autogeschäft - ohne die Edelsportmarken Ferrari und Maserati - schuldenfrei in die neue Gesellschaft einbringen. Nach dem Plan sollen die ersten Fahrzeuge mit einer gemeinsamen Opel/Fiat-Plattform 2012 auf den Markt kommen. „Anders als bei den Mitbewerbern ist unser Konzept ein Bollwerk gegen die Abwanderung von Automobiltechnologie aus Deutschland und Italien“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Regierung bereit für eine „Brückenfinanzierung“

Bundeskanzlerin Merkel wird die Konzepte am Montag mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) beraten. Die Regierung befürchtet, dass sich eine mögliche Insolvenz von General Motors auf die Tochtergesellschaft Opel verheerend auswirken würde. Sie wäre bereit, eine „Brückenfinanzierung“ mit Hilfe öffentlicher Banken und Bürgschaften zu organisieren, die Opel stützt, bis ein neuer Investor den Kaufvertrag unterzeichnet. GM muss der amerikanischen Regierung bis zum 1. Juni ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen. Am Freitag hatte der Staat dem Unternehmen eine weitere Kapitalspritze von 4 Milliarden Dollar genehmigt. Insgesamt summieren sich die Hilfen nun auf 19,4 Milliarden Dollar. „Meine Hoffnung ist, dass sowohl General Motors als auch Chrysler schlanker, besser und konkurrenzfähiger aus der Sanierung hervorgehen“, sagte der amerikanische Präsident Barack Obama in einem Fernsehinterview.

Die deutsche Bundesregierung verlangt mehr als nur vage Zusicherungen der Bieter Fiat, Magna und des Finanzinvestors RHJ International. Guttenberg machte am Wochenende nochmals deutlich, dass er als Alternative auch eine „geordnete Insolvenz“ von Opel nicht ausschließe, falls die Übernahmeofferten nicht überzeugend seien. In der "Bild am Sonntag" verlangte er „hohe Sicherheiten dafür, das die erheblichen Steuermittel, die wir dafür einsetzen müssen, nicht verlorengehen“. Diese Sicherheit gewährleiste bislang keines der drei Angebote.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte derweil, „endlich mit dem Gerede über eine Insolvenz von Opel aufzuhören“. Für Opel und seine Beschäftigten sei es gut, dass es jetzt einen echten Bieterwettbewerb gebe. „Das trägt dazu bei, dass die Risiken staatlicher Hilfe eingegrenzt werden.“ Dem Vernehmen nach führt er derzeit selbst Gespräche mit GM-Chef Fritz Henderson.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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