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Sparrunde bei Opel Zehn Prozent bei Managern - eine Milliarde bei Belegschaft

07.05.2009 ·  Im ersten Quartal hat die Opel-Mutter GM weltweit 40 Prozent weniger Autos hergestellt als im Vorjahr. Bei Opel sollen nun 300 Manager zehn Prozent weniger Gehalt bekommen - was einige Millionen Euro einbringt. Bei der Belegschaft soll eine Milliarde Euro eingespart werden.

Von Roland Lindner und Christoph Ruhkamp
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Der amerikanische Autohersteller General Motors (GM) hat mit seinem Bericht für das erste Quartal die prekäre Finanzlage unterstrichen: Das Unternehmen weist für die ersten drei Monate dieses Jahres einen Verlust von 6 Milliarden Dollar aus. Außerdem ist die Liquiditätsdecke des Unternehmens trotz milliardenschwerer staatlicher Notkredite weiter geschrumpft. Vorstandschef Fritz Henderson sagte, die Zahlen verdeutlichten die Notwendigkeit eines aggressiveren Sanierungsplans.

GM steht dabei unter erheblichem Zeitdruck: Die amerikanische Regierung hat dem Unternehmen eine Frist bis zum 1. Juni gesetzt, um mit allen Interessengruppen von Gewerkschaften bis zu Gläubigern Einigungen über ein Sanierungsprogramm zu erzielen. Andernfalls droht die Insolvenz. Konzernchef Henderson hat selbst zugegeben, dass ein Insolvenzverfahren wahrscheinlich geworden ist. In der vergangenen Woche stellte bereits der Wettbewerber Chrysler einen Insolvenzantrag.

Liquiditätsabfluss von täglich 113 Millionen Dollar

GM musste im ersten Quartal einen gewaltigen Liquiditätsabfluss von 10,2 Milliarden Dollar hinnehmen. Das heißt, die Barvorräte sind an jedem Tag im Schnitt um 113 Millionen Dollar geschrumpft. Damit spitzt sich die Lage erheblich zugespitzt: Im Schlussquartal 2008 verbrauchte GM liquide Mittel von 5,2 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte am Ende des ersten Quartals noch liquide Mittel von 11,6 Milliarden Dollar. Damit bewegt sich der Autohersteller nahe an der Untergrenze, die er nach eigenen Angaben braucht, um seinen Betrieb und seine Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten zu können. Ohne Staatshilfe wäre General Motors das Geld schon ganz ausgegangen.

Bis zum Ende des ersten Quartals hat das Unternehmen von der amerikanischen Regierung Kredite von 13,4 Milliarden Dollar erhalten, mittlerweile sind weitere 2 Milliarden Dollar hinzugekommen. In der vergangenen Woche forderte der Konzern noch einmal 11,6 Milliarden Dollar von der Regierung an. Damit würde sich die Gesamtsumme der Staatskredite auf 27 Milliarden Dollar erhöhen.

Im ersten Quartal 40 Prozent weniger Autos hergestellt

In den ersten drei Monaten hat das Unternehmen wegen der schwachen Nachfrage nach seinen Autos weltweit 40 Prozent weniger Autos hergestellt als im Vorjahr. Der Konzernumsatz fiel um 47 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar. Besonders hohe Verluste erlebte GM auf dem amerikanischen Heimatmarkt sowie in Europa. In Amerika gab es einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 3,2 Milliarden Dollar, 2008 lag der Verlust noch bei 0,4 Milliarden Dollar. In Europa wies GM einen Verlust von 2 Milliarden Dollar aus.

Der Opel-Betriebsrat äußerte sich empört über das Zahlenwerk. In einem Flugblatt an die Beschäftigten hieß es, das GM-Management habe erhebliche Verluste nach Europa verschoben.

300 Manager bekommen 10 Prozent weniger Gehalt

Unterdessen startete Opel ein Sparprogramm. Rund 300 Manager bekommen künftig 10 Prozent weniger Gehalt, was einige Millionen Euro einbringt. Wichtiger sind die Kürzungen bei der Belegschaft, die insgesamt rund 1 Milliarde Euro einbringen sollen. Das Management kündigte dazu eine europäische Rahmenvereinbarung mit den Betriebsräten zum 31. Juli 2009. Nach dem Ende des Vertrags sind nun sowohl Entlassungen als auch Standortschließungen möglich.

GM will für sein Europa-Geschäft rund um Opel noch im Mai einen Partner finden. Die Bundesregierung bereitet sich auf eine baldige Insolvenz von GM ab Ende Mai vor und könnte Opel dann kurzfristige Liquiditätshilfen gewähren, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Staatsbürgschaften für Opel müssten von der EU-Kommission genehmigt werden. Kreisen zufolge könnte GM bei einer Fusion seines Europageschäfts mit Fiat einen Anteil an dem gemeinsamen Konzern übernehmen, so dass Fiat nicht mit Geld für Opel bezahlen müsste.

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