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Rekordergebnis für GM Opel wieder mit Millionenverlusten

16.02.2012 ·  Der weltgrößte Autobauer General Motors kann wieder mit einem Rekordergebnis glänzen. Nur in Europa läuft es nicht. Jetzt will GM gegensteuern. Opel kann mit weiteren Einschnitten rechnen.

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Weniger als drei Jahre nach der milliardenschweren Rettung von General Motors durch die amerikanische Regierung schreibt der amerikanische Autohersteller wieder Milliardengewinne. Aus Sicht der Europäer hat das am Donnerstag vorgelegte Rekordergebnis allerdings einen bitteren Beigeschmack. Auf dem alten Kontinent schreibt der weltgrößte Autokonzern mit seinen Töchtern Opel und Vauxhall weiterhin herbe Verluste.

Weltweit betrachtet kann GM wieder glänzen. Der Nettogewinn erreichte vergangenes Jahr 7,6 Milliarden Dollar - ein Rekord in der Unternehmensgeschichte und fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Gewinntreiber waren vor allem das Wachstum in China und starke Erträge in Nordamerika, wo GM Milliarden an Kosten einsparen und zuletzt auch die Preise erhöhen konnte. 2010 hatte GM nur 4,7 Milliarden Dollar verdient. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 150 Milliarden Dollar zu.

In Europa kam der Autokonzern 2011 aber nicht aus der Krise. Es war vor einigen Tagen bereits durchgesickert, dass GM-Offizielle intern von einem „horrenden“ Verlust im vierten Quartal bei der Europa-Tochter Opel und der Schwestermarke Vauxhall sprechen. In Zahlen ausgedrückt beliefen sich die operativen Verluste auf 700 Millionen Dollar, davon allein 600 Millionen im vierten Quartal, wie GM nun berichtete.

Opel fürchtet Stellenabbau und Werkschließungen

Der Autokonzern arbeitet laut früheren Berichten von mit der Situation vertrauten Personen derzeit schon wieder an einem neuen Restrukturierungsplan für das Europa-Geschäft. Dabei soll ein weiterer Stellenabbau ebenso diskutiert werden wie Werkschließungen. Im aktuellen Geschäftsbericht finden sich zu diesen Plänen von GM in Europa noch keine Anmerkungen. Derzeit sind betriebsbedingte Kündigungen für alle europäischen Standorte noch bis Ende 2014 ausgeschlossen. Ob sich GM damit zufrieden gibt, ist eine offene Frage.

Vor zwei Jahren hatten die Amerikaner bei Opel bereits europaweit rund 8.000 Stellen gestrichen und das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen. Gleichzeitig waren mehrere Milliarden Euro in die Modellpalette investiert worden, um Opel zukunftsfähig aufzustellen. Trotz mehrfacher Restrukturierungsbemühungen hat Opel bislang aber keine nachhaltigen Ergebnisse geliefert.

GMs großes Comeback

Abgesehen vom Europa-Geschäft feierte GM am Donnerstag aber ein bemerkenswertes Comeback. Der Konzern hatte 2009 noch eine milliardenschwere Finanzspritze aus Steuergeldern benötigt, um den Zusammenbruch abzuwenden und ging dann durch eine von der amerikanischen Regierung geführte Insolvenz und Restrukturierung. 13.000 neue Stellen hat GM seitdem in den Vereinigten Staaten geschaffen und eine einstmals geschlossene Fabrik wieder eröffnet. Noch hält die amerikanische Regierung 26 Prozent an dem Konzern.

Für die Wahlkampagne von Präsident Barack Obama könnten die guten GM-Zahlen Wasser auf die Mühlen sein. Obama preist die GM-Rettung als einen großen Erfolg seiner Amtszeit, insbesondere in den Staaten des sogenannten „Rust Belt“. Der Rostgürtel bezeichnet das älteste Industriegebiet der Vereinigten Staaten und erstreckt sich vom Nordosten entlang der Großen Seen von Chicago über Boston und Washington bis nach New York.

Ende 2008 stand die amerikanische Automobilbranche am Rande des Zusammenbruchs. Die Absätze waren eingebrochen und der Zugang zu den Kreditmärkten ausgetrocknet. Der damalige amerikanische Kongress hatte eine staatliche Rettung abgelehnt. Der damalige Präsident George Bush genehmigte dann in den letzten Wochen seiner Amtszeit noch einen Kredit für GM, um den Konzern über Wasser zu halten.

Doch auch wenn es für GM inzwischen wieder besser läuft, zufrieden gibt sich der Konzern mit den erreichten Erfolgen noch nicht. Nicht nur in Europa, auch in Amerika zieht das Unternehmen die Daumenschrauben weiter an. So wurde erst am Mittwoch bekannt, dass sich in den Vereinigten Staaten tausende Arbeiter auf das Einfrieren ihrer Gehälter einstellen müssen. Auch Boni sollen geringer ausfallen als bisher.
 

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