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Opels Zukunft Fiat stiftet Verwirrung um Standort Kaiserslautern

05.05.2009 ·  Fiat will nach einer möglichen Fusion offenbar doch alle vier deutschen Opel-Werke erhalten. Fiat-Chef Marchionne kündigte aber Jobabbau an. Gestern noch hatte Wirtschaftsminister zu Guttenberg erklärt, Fiat gebe für den Fall einer Beteiligung an Opel keine Garantie für den Standort Kaiserslautern.

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Fiat-Chef Sergio Marchionne will nun doch alle vier Produktionsstandorte von Opel erhalten. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen. Ich brauche die Werke in der Zukunft, um genügend Autos zu bauen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden. Das wird niemand ändern können.“ Die Werke müssten effizienter werden. Auf eine genaue Zahl beim Abbau von Arbeitsplätzen wollte sich der Fiat-Chef aber nicht festlegen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte am Montag nach einem Gespräch mit Marchionne erklärt, Fiat habe für den Fall einer Beteiligung an Opel keine Garantie für das Kaiserslauterer Werk gegeben.

Unterdessen hat der der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna sein Interesse an einer Partnerschaft mit Opel bestätigt. Es gehe um potenzielle Alternativen für die Zukunft von Opel, einschließlich der möglichen Übernahme einer Minderheitsbeteiligung, teilte der kanadisch-österreichische Konzern am Dienstagmorgen mit. Details gab es nicht. Am Vortag hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne in Berlin das Konzept seines Unternehmens für einen Einstieg bei Opel vorgelegt. Einige Politiker, Experten und Opel-Betriebsräte würden Magna als Partner vorziehen, weil sie im Falle einer Übernahme durch die Italiener massive Einschnitte befürchten.

„Wenn man kein Geld verdient, kann man nicht überleben“

Der Fiat-Chef kontert die Bedenken: „Bitte vergessen Sie nicht: Der erste Rettungsplan von Opel selbst sah die Schließung von zwei Werken vor.“ Weiter heißt es: „Opel kann in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen, und wenn man kein Geld verdient, kann man nicht überleben. Ich verstehe die Ängste der Gewerkschaften - aber so ist die Realität.“ Marchionne hält es für möglich, dass die Zentrale des neuen Fiat-Opel-Konzerns in zwei Ländern ist: „Wir sind ein internationales Unternehmen mit Sitz in Italien. Und ich hätte kein Problem damit, wenn die Zentrale des neuen Fiat-Opel-Konzerns in Deutschland und in Italien ist.“

Mögliche Staatsbürgschaften wolle Fiat nach drei Jahren zurückzahlen. „Opel verbrennt derzeit Geld, deswegen haben sie um Staatshilfe gebeten. Deshalb muss der Staat mit Bürgschaften einsteigen. Das darf aber nicht zu lange dauern. Der Staat hat bei Opel auf Dauer nichts verloren. Wir müssen es ohne Steuergelder schaffen. Deshalb wollen wir die Bürgschaften in spätestens drei Jahren zurückzahlen.“

Über den anderen Opel-Interessenten Magna sagte der Fiat-Chef: „Magna will mit russischer Hilfe bei Opel einsteigen. Wenn die deutsche Regierung das für eine gute Lösung hält, würde mich das überraschen. Unser Plan steht: Wir wollen einen echten europäischen Automobilkonzern bilden, der weltweit erfolgreich sein wird: Die Autosparte von Fiat geht zusammen mit Opel und Chrysler. Damit sind wir der zweitgrößte Autokonzern der Welt hinter Toyota.“ Das mache Arbeitsplätze weltweit und in Deutschland zukunftssicher, fügte Marchionne hinzu.

Rüttgers: Größe allein ist kein Wert

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist skeptisch gegenüber einem von Fiat geplanten Superkonzern mit Chrysler und Opel: „Es gibt eine alte Erfahrung: Größe allein ist kein Wert.“ Vor allem der Nutzen der beabsichtigten Übernahme von Chrysler durch Fiat sei ihm unklar. „Das war ja bisher, um es vorsichtig zu sagen, nicht die beste Adresse“, sagte er am Montagabend in der ARD. Eines der Opel-Werke steht in Bochum.

Guttenberg hält eine Entscheidung über ein Übernahmekonzept noch im Mai nicht für ausgeschlossen, wie er in Fernsehinterviews am Montagabend sagte. Angebote der Interessenten sollten genau geprüft und nicht schon von vornherein verdammt werden. Vorfestlegungen der Regierung gebe es keine. Nun müsse auch der Zulieferer Magna noch mehr Einzelheiten zu seinen Vorstellungen nennen. Während Fiat mit seinem Konzept vor allem auf Massenproduktion setze, ziele der bisher vorliegende Magna-Plan eher auf bestimmte Märkte wie Osteuropa. Zunächst stehe aber eine Entscheidung des Opel-Mutterkonzerns General Motors an.

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