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Opel Magna verkündet Abbau von 4000 Stellen

14.09.2009 ·  Die designierte neue Opel-Muttergesellschaft Magna hat sich gegen schwere Vorwürfe des Opel-Treuhand-Vertreters Dirk Pfeil verteidigt, deutsche Staatshilfe für Opel werde für die Sanierung der russischen Autoindustrie verwendet. Zugleich verkündete Magna offiziell, dass 4000 Opel-Jobs in Deutschland wegfallen sollen - 500 weniger als zunächst erwartet.

Von Christoph Ruhkamp
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Die neuen Eigentümer von Opel wollen „starke 4000“ von 25.000 Stellen des Autoherstellers in Deutschland streichen. Das kündigten der Europachef des Autozulieferers Magna, Siegfried Wolf, und der Chef der staatlichen russischen Sberbank, German Gref, in einer Pressekonferenz in Frankfurt an. In ganz Europa würden 10.500 der 50.000 Arbeitsplätze von Opel abgebaut. „Das wird voraussichtlich mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen“, sagte Wolf. Zuvor kursierten verschiedene Zahlen über den Stellenabbau. „Wir haben unsere Pläne aber seit dem Vorvertrag mit General Motors am 31. Mai niemals geändert“, verteidigte sich Wolf

Magna will zusammen mit der Sberbank 55 Prozent der Anteile an Opel von der Opel-Treuhandgesellschaft als jetzigem Eigentümer übernehmen und benötigt für die Sanierung des Unternehmens staatliche Kredite von 4,5 Milliarden Euro. „Diese Schulden werden wir bis 2015 abbauen“, sagte Wolf. Opel selbst werde schon vor Ablauf dieser Zeit Gewinn erzielen, diesen aber nicht an die Eigner ausschütten. Wolf kündigte an, so wenig und so kurz wie möglich die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen, da es sich um „teures Geld“ handele. Er spielte damit auf die Verzinsung der zweiten Tranche des Kredits an, die bei 10,5 Prozent liegen wird.

Vertragsunterzeichnung in ein bis zwei Wochen erwartet

Die Unterzeichnung des Vertrags über den Kauf von Opel, dessen Hauptteil rund 650 Seiten umfasst, erwartet Wolf in ein bis zwei Wochen. Rechtlich wirksam soll der Vertrag Ende November werden. Danach werde der Aufsichtsrat des Unternehmens gemäß der Anteile der neuen Eigentümer umbesetzt und bestimme anschließend den neuen achtköpfigen Vorstand, in dem der Opel-Alteigentümer GM vier Plätze besetzen will. Voraussichtlich wird der GM-Europachef Carl-Peter Forster Chef von Opel bleiben. „Wir sind mit der Arbeit von Herrn Forster sehr zufrieden“, bekräftigte Wolf. Mit GM sei vereinbart, dass Opel außer in Amerika und Korea überall Autos verkaufen dürfe: „Unser Markt ist die ganze Welt.“

Sowohl Wolf als auch Sberbank-Chef Gref verteidigten sich gegen den Vorwurf, der Staatskredit werde für die Sanierung der russischen Autoindustrie verwendet. „Ich freue mich, dass ich heute mit dem gefürchteten russischen Partner hier sein kann“, sagte Wolf. Zuvor hatte der Opel-Treuhandbeirat Dirk Pfeil der F.A.Z. gesagt, von dem Staatskredit würden 600 Millionen Euro nach Russland fließen (siehe dazu auch: Opel-Treuhänder Dirk Pfeil: „Der Staatskredit für Opel dient der russischen Autoindustrie“).

Wolf sagte nun, diese Mittel würden weitgehend aus dem operativen Geschäft der russischen Einheit von Opel bestritten, nannte aber keine Details. „Opel hilft nur mit 170 Millionen Euro.“ Dieses Geld werde für die Fertigstellung von schon angefangenen Investitionen im GM-Werk in Sankt Petersburg eingesetzt. Sberbank-Chef Gref ergänzte: „Das ist keine Hilfe für die russische Industrie, sondern eine Investition von Opel.“

Gref trat Bedenken entgegen, dass ein Techniktransfer zur russischen Autoindustrie bevorstehe. „Ich habe Verständnis für manche Vorbehalte, weil das Verhältnis unserer Länder in der Geschichte oft schwierig war. Russland möchte aber niemand kopieren, sondern gemeinsam mit unseren Partnern die Autoindustrie modernisieren.“ Die russische Regierung werde dabei keinen Einfluss nehmen, das sei zu „100 Prozent die Wahrheit“. Die Sberbank sehe ihre Rolle lediglich als Bindeglied für Opel zum russischen Wachstumsmarkt. Partner für Opel werde der russische Hersteller GAZ, der Magna eine Produktionskapazität von 170.000 Autos bietet. GAZ hat im Zuge der Wirtschaftskrise 11.000 von 70.000 Beschäftigten entlassen und in diesem Jahr 60 Prozent Absatz verloren.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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