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Opel-Interessenten Bieter erhöhen Druck auf Magna

02.07.2009 ·  Für Opel gibt es nun wieder drei ernsthafte Interessenten: Der staatliche chinesische Autohersteller BAIC will an diesem Freitag eine nachgebesserte, aber unverbindliche Offerte für Opel vorlegen.

Von Christoph Ruhkamp
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Für Opel gibt es nun wieder drei ernsthafte Interessenten: Der staatliche chinesische Autohersteller BAIC will an diesem Freitag eine nachgebesserte, aber unverbindliche Offerte für Opel vorlegen. Das verlautet aus Kreisen des Pekinger Konzerns, der dies aber nicht offiziell bestätigt. Ein verbindliches Angebot soll den Angaben zufolge binnen zwei Wochen folgen. Manager von BAIC hatten in den vergangenen Wochen die Bücher von Opel geprüft und sich am Rüsselsheimer Stammsitz des Unternehmens umgeschaut. Angeblich verlangen die Chinesen nur 4 Milliarden Euro staatliche Kreditbürgschaften – und damit etwas weniger als ihre Bieterrivalen.

Damit zeichnet sich ein Bieterwettlauf um Opel ab. Von der Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern wird zwar der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna als Käufer von Opel klar bevorzugt. Geplant ist die Unterzeichnung eines verbindlichen Kaufvertrags mit Magna und dessen russischem Partner, der staatlichen Sberbank, für den 15. Juli. Doch hatte auch die Brüsseler Beteiligungsgesellschaft RHJ die Bücher von Opel geprüft und in dieser Woche eine nachgebesserte, unverbindliche Offerte abgeliefert. Opel gehört zu 65 Prozent einer staatlich kontrollierten Treuhandgesellschaft, die den Verkauf überwacht. So sollte ein staatlicher Kredit von 1,5 Milliarden Euro mit Unternehmensanteilen abgesichert werden. Der einstige Opel-Mutterkonzern General Motors (GM), der insolvent ist, hält noch 35 Prozent der Anteile an Opel.

GM darf sich über jeden weiteren Bieter freuen

Sowohl GM als auch die Treuhand dürften sich über jeden weiteren Bieter freuen. Denn dadurch erhöht sich der Druck auf Magna, in den Verhandlungen über die Übernahme Zugeständnisse zu machen. So wünscht sich GM eine Rückkaufoption für Opel nach einigen Jahren. Außerdem geht es um die Gebühren, die Opel für die Nutzung von Patenten zahlen muss, sowie um die Märkte, die Opel mit Autos beliefern darf. GM will die ehemalige Tochtergesellschaft vom Markt in Amerika und Asien fernhalten, um keine neue Konkurrenz zu erhalten. Darüber hinaus muss noch eine Lösung für die rund 4 Milliarden Euro teuren Pensionsverpflichtungen von Opel gefunden werden. Angedacht ist, dass der Pensions-Sicherungs-Verein einen Teil der Last trägt, um eine Insolvenz von Opel zu verhindern. Allerdings müssten dazu auch die Beschäftigten, die Gläubiger und die Lieferanten von Opel auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Sberbank-Chef German Gref zeigte sich optimistisch, dass die eigenen Pläne dadurch nicht bedroht sind. „Ich sehe keine ernsthafte Konkurrenz“, sagte er in Moskau. Die Wahl sei auf Magna und Sberbank gefallen. Nun müssten nur noch die Einzelheiten geklärt werden. Auch nach Einschätzung von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz will GM mit den Interessenbekundungen von BAIC und RHJ nur seine Position gegenüber Magna stärken.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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