15.05.2009 · Der Bundesregierung verbleibt noch eine Woche Zeit, um einen Investor für Opel zu finden. Der Magna-Chef sucht Hilfe bei der russischen Regierung. GM bereitet derweil die Aufspaltung in einen „guten“ und einen „schlechten“ Unternehmensteil vor.
Die Bundesregierung will bis Ende Mai klären, ob und gebenenfalls für welchen Investor sie eine Brückenfinanzierung zur Rettung von Opel schaffen will. Damit verbliebe der Regierung eine Woche Zeit, um nach der für kommenden Mittwoch angemahnten Abgabe tragfähiger Sanierungskonzepte für Opel über einen potentiellen Investor zu befinden. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, ein Treuhandmodell mit Bürgschaft werde es nur geben, wenn sich die ausstehenden Konzepte der Interessenten als tragfähig erwiesen.
„Sollte Letzteres nicht der Fall sein oder das Treuhandmodell von den Beteiligten nicht akzeptiert werden, kann auch eine geordnete Insolvenz ein Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Neuanfang für das Unternehmen Opel und seine Mitarbeiter sein“, sagte Guttenberg. Nach dem Treuhandmodell sollen die in Amerika liegenden Opel-Anteile auf einen Treuhänder übertragen werden. Sie wären damit einer Verwertung im erwarteten Insolvenzverfahren der Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) vorenthalten und würden zugleich als Sicherheit für die Überbrückungskredite an Opel gelten.
Gespräche mit Russland
Diese würden von staatlichen Banken - private zeigten daran kein Interesse - gewährt und von der Regierung verbürgt. An dieser Brückenfinanzierung könnten sich auch potentielle Investoren im Vorgriff auf den erwarteten Kaufabschluss im Herbst beteiligen. Als Volumen für die Liquiditätssicherung Opels bis in den Herbst ist eine Summe von mehr als einer, wohl aber weniger als 2 Milliarden Euro im Gespräch. Die amerikanische Regierung, die der größte GM-Gläubiger ist, muss der Übertragung der Aktien vor einer Insolvenz zustimmen.
Während GM die Vorbereitungen für eine Insolvenz vorantreibt, arbeiten die drei Kaufinteressenten für Opel fieberhaft an ihren Konzepten. Nach Informationen dieser Zeitung sucht der Vorstandschef des an Opel interessierten Autozulieferers Magna, Siegfried Wolf, Kontakt zu Russlands Regierung. Es werde ein Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin in den nächsten Tagen angestrebt, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. Putin könnte Magna bei der angestrebten Übernahme von Opel unterstützen, indem er die staatlich kontrollierte Sberbank anweise, dem russischen Autohersteller GAZ einen Kredit zu geben. Magna will bei Opel voraussichtlich gemeinsam mit GAZ einsteigen. GAZ ist jedoch hoch verschuldet und macht Verlust.
Opel müsste nach GM-Insolvenz 3 Milliarden Dollar abschreiben
Zwei weitere Interessenten für Opel sind der italienische Autohersteller Fiat und die in Brüssel börsennotierte Beteiligungsgesellschaft RHJ International. Unklar ist noch, ob RHJ allein agieren will oder sich dem Konsortium rund um Magna anschließen könnte. Fiat-Beschäftigte planen für diesen Samstag am Konzernsitz in Turin eine Demonstration gegen mögliche Werksschließungen im Zuge der angestrebten Übernahme von Opel.
Die Zeit drängt, weil GM voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen Insolvenz anmeldet. Dann müsste Opel die rund 3 Milliarden Dollar, die GM den Deutschen in Form von Patenten schuldet, abschreiben. Außerdem braucht Opel selbst in Kürze eine Liquiditätsspritze von mehr als 1 Milliarde Euro, wie GM-Europachef Carl-Peter Forster dieser Zeitung sagte. Als Kreditgeber steht Hessens Landesbank Helaba bereit.
GM: Aufspaltung in „gut“ und „schlecht“
Vertreter der europäischen Opel-Händlervereinigung Euroda kamen am Freitag in Wien zusammen und stimmten für einen Einstieg bei Opel. Die Händler könnten mehr als 500 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens beisteuern. „Dazu würden wir über drei Jahre für jedes verkaufte Auto 150 Euro in einen Fonds einzahlen“, sagte Euroda-Chef Jaap Timmer, dessen Verband 4000 Händler repräsentiert. Im Gegenzug für die Hilfe fordert er eine Minderheitsbeteiligung an Opel von 10 bis 20 Prozent sowie einen Aufsichtsratssitz für die Händler und eine Gewinnbeteiligung. Dies werde in den nächsten Tagen mit GM, den Interessenten für Opel und mehreren Regierungen besprochen, sagte Timmer.
GM hat unterdessen zum ersten Mal bestätigt, eine Aufspaltung in einen „guten“ und einen „schlechten“ Teil anzustreben, falls es zu einer Insolvenz komme. Der Konzern teilte der amerikanischen Börsenaufsicht SEC mit, die wahrscheinlichste Möglichkeit wäre ein Insolvenzverfahren nach dem Abschnitt 363 des amerikanischen Konkursrechts. Dabei würden die Aktivitäten mit den besten Überlebenschancen in einem neuen Unternehmen gebündelt, das die Insolvenz möglichst schnell hinter sich bringen soll. Der Rest bliebe dann in einer Art „Alt-General-Motors“ zurück und würde in einem womöglich längeren Prozess abgewickelt. GM erwartet der Mitteilung zufolge eine Insolvenz, falls es mit den Gläubigern des Unternehmens nicht bis zum 1. Juni eine Einigung über einen Schuldenabbau gebe.
Hilfe für Opel bei Putin???
Herbert Dohmen (meckerer)
- 15.05.2009, 23:51 Uhr
Keiner der Bieter...
Markus Leibold (MSL)
- 15.05.2009, 23:51 Uhr
OPEL ist überflüssig!
Marcel Meier (MarcelMeier)
- 16.05.2009, 00:12 Uhr
Guttenberg ist ein geschickter Taktierer.........
wolf haupricht (emilgilels)
- 16.05.2009, 00:38 Uhr
Man nehme sich General Motors ...
Frank Geiser (geiser123)
- 16.05.2009, 04:47 Uhr