10.09.2009 · Der Einstieg bei Opel bedeutet für den Autozulieferer Magna einen Paradigmenwechsel. Die Firma ist - gemessen am Umsatz - drittgrößter Autozulieferer nach Denso und Robert Bosch. Profitiert hat Magna vom Trend zur Auslagerung ganzer Produktionsabläufe durch die Automobilhersteller.
Von Michaela Seiser, WienDer Einstieg bei Opel bedeutet für den Autozulieferer Magna einen Paradigmenwechsel. Den Grundstein für das Unternehmen Magna legte der Österreicher Frank Stronach, nachdem er als junger Mann nach Kanada ausgewandert war, 1957 mit einer Werkzeugschmiede namens Multimatic. Nach der Fusion mit Magna Electronics 1969 wurde der Name in Magna International geändert. Unternehmenssitz ist die Stadt Aurora in Ontario. Die Europazentrale befindet sich im österreichischen Oberwaltersdorf. Stronach hält immer noch die Mehrheit an Magna International. Seit der russische Industriemagnat Oleg Deripaska im vergangenen Herbst ausstieg, gibt es keinen weiteren größeren Aktionär mehr.
Magna ist – gemessen am Umsatz – drittgrößter Autozulieferer nach Denso und Robert Bosch. Profitiert hat der Branchenriese vom Trend zur Auslagerung ganzer Produktionsabläufe durch die Automobilhersteller. Der Konzern beschäftigt in 25 Ländern rund 74 000 Mitarbeiter in 240 Betriebsstätten. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Allradfahrzeuge und etablierte sich als Entwicklungs- und Produktionspartner für die gesamte Fertigung.
Fahrzeugfertigung in Graz
Magna stellt Systeme, Baugruppen, Module und Komponenten für große Automobilbauer in Nordamerika her, fertigt aber auch in Graz komplette Fahrzeuge, was der Stadt den Ruf eines „AlpenDetroits“ beschert hat. Diese Wagen werden nicht unter der eigenen Marke, sondern für Hersteller wie beispielsweise Mercedes-Benz, Chrysler, Saab oder BMW produziert. Für BMW wird zum Beispiel der Geländewagen X3 in Graz gebaut.
In den Konzern wurden seit den neunziger Jahren zahlreiche Unternehmen eingegliedert. Darunter findet sich seit 1998 auch der damalige österreichische Traditionskonzern Steyr-Daimler-Puch. Zum Portfolio gehören zudem die Fahrzeugspiegelhersteller Donnelly Hohe und Zipperle. Viele Werke wurden in Stronachs Geburtsort Weiz und der näheren Umgebung gebaut. Zudem ist Magna International mit Zulieferbetrieben in der Nähe deutscher Produktionsstandorte der Automobilindustrie wie Ingolstadt vertreten.
Stolz auf die „Magna Charta“
Das Unternehmen ist bekannt für seine guten Kontakte zur Politik. Gern werden ehemals hochrangige Politiker verschiedener politischer Richtung beschäftigt. So war der spätere österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser von 1998 bis 1999 in Stronachs Konzern beschäftigt. Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky sitzt im Aufsichtsrat.
Stolz ist der Autozulieferer auf seine „Magna Charta“: In der vom Gründer aufgestellten Unternehmensverfassung ist die Verwendung des Gewinns festlegt, in dessen Genuss auch die Mitarbeiter kommen sollen. Der Krise kann auch der Branchendritte nicht trotzen. Bei einem Umsatz von 24 Milliarden Dollar wurde im vergangenen Jahr ein Überschuss von 71 Millionen Dollar erwirtschaftet. Damit ist der Reingewinn auf ein Neuntel des Vorjahresgewinns von 663 Millionen Dollar geschmolzen.
Die Steiermark, von US-Touristen gern St. Eiermark genannt,
Peter Zentner (Caterwaul)
- 10.09.2009, 20:22 Uhr
Die Rolle als Zulieferer..
Michael Meier (never1)
- 10.09.2009, 20:39 Uhr
Michaela Seiser Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.
Jüngste Beiträge