05.12.2009 · Der neue Opel-Chef Nick Reilly sieht Lücken in der Produktpalette des Autobauers. Um zukunftsfähig zu sein, benötige Opel vor allem einen Kleinstwagen, sagte Reilly. Der Sanierungsplan sei derweil zu 90 bis 95 Prozent unter Dach und Fach.
Der neue Opel-Chef Nick Reilly sieht Lücken in der Produktpalette des angeschlagenen Autobauers. Um zukunftsfähig zu sein, benötige Opel vor allem einen Kleinstwagen, sagte Reilly am Samstag während einer Telefonkonferenz mit Journalisten.
Größte Chancen sieht Reilly auch in der Entwicklung von Hybrid- und gasbetriebenen Fahrzeugen. Probleme in der Positionierung der Marke gebe es hingegen keine. Opel stehe für gute Qualität und ein aufregendes Design. Aber das Image des Mutterkonzerns sei in der Öffentlichkeit beschädigt.
Der bisherige Interims-Chef Reilly war am Freitag zum neuen Präsidenten von General Motors Europe ernannt worden (lesen Sie dazu auch: Opel: „Übergangs-Kandidat“ Reilly soll GM Europe auf Dauer führen). Nun kündigte er an, möglicherweise schon in der kommenden Woche sein neues Management-Team vorzustellen. Ob der bisherige Geschäftsführer der Adam Opel GmbH, Hans Demant, dazugehört, ließ er offen. Er wolle keine Kommentare zu einzelnen Personen abgeben, sagte Reilly.
Sanierungsplan steht „zu 90 bis 95 Prozent“
Der Plan von General Motors für die Sanierung von Opel steht derweil nach Reillys Angaben weitgehend fest. Zu 90 bis 95 Prozent sei der Plan sicher, sagte der neue Opelchef. Kleine Abweichungen seien im Zuge der folgenden Verhandlungen aber noch möglich.
Der Sanierungsplan sei unabhängig von staatlichen Hilfen der Länder mit Opel-Standorten. „Es macht keinen Unterschied für unseren Umstrukturierungsplan, wie die Unterstützungen der Regierungen ausfallen“, sagte Reilly. Von verschiedenen Ländern habe es aber bereits positive Signale gegeben. Zahlen wollte er weiterhin nicht nennen, „um nicht ein Land gegen das andere auszuspielen“. Reilly räumte aber ein: „Wir wären natürlich enttäuscht, sollte Deutschland das einzige Land sein, das jegliche Hilfe verweigert.“
Aktuell sei die Streichung von rund 8300 Stellen geplant, um die Kapazitäten von Opel und der Schwestermarke Vauxhall auf das notwendige Maß zurückzufahren, so der Manager. Der endgültige Restrukturierungsplan soll in den kommenden zwei bis drei Wochen vorgelegt werden.
Seine Hauptaufgabe sieht Reilly nun zunächst in der Umsetzung der Sanierung des Europageschäfts. Zudem soll der Imageschaden repariert werden, den die Marke Opel im Zuge des gescheiterten Verkaufsprozesses vor allem in Deutschland genommen hat. Zwar sei der Marktanteil zuletzt leicht gestiegen, doch hätte die Zunahme höher ausfallen müssen, erklärte Reilly. Zukünftig müsse der Fokus daher wieder mehr auf der Produktpalette liegen als auf der Restrukturierung.