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Insolvenz rückt näher General Motors nähert sich Gläubigern an

28.05.2009 ·  In die festgefahrenen Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Autokonzern General Motors und seinen Gläubigern ist noch einmal Bewegung gekommen. Allerdings wird dadurch ein Insolvenzverfahren nicht weniger wahrscheinlich.

Von Roland Lindner, New York
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In die festgefahrenen Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Autokonzern General Motors (GM) und seinen Gläubigern ist noch einmal Bewegung gekommen. Allerdings wird dadurch ein Insolvenzverfahren nicht weniger wahrscheinlich. Vielmehr hat GM seinen Gläubigern ein nachgebessertes Angebot gemacht, das gerade im Fall einer Insolvenz greifen soll, damit das Verfahren möglichst reibungslos ablaufen kann. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC am Donnerstag schrieb, hat ein Ausschuss von Gläubigern, der 20 Prozent der Schulden des Unternehmens repräsentiert, dem neuen Angebot bereits zugestimmt.

In dieser Woche hatte sich zunächst die Hoffnung auf eine Einigung mit den Gläubigern außerhalb eines Insolvenzverfahrens zerschlagen. Ein Abkommen gehörte zu den zentralen Bedingungen der amerikanischen Regierung, um GM noch mit weiteren Finanzhilfen vor einer Insolvenz zu bewahren. Die Regierung hatte dem Konzern eine Frist bis zum 1. Juni gesetzt. GM bot den Gläubigern im Gegenzug für den Erlass der Schulden von 27 Milliarden Dollar einen Anteil von 10 Prozent am restrukturierten Unternehmen an.

Insolvenzantrag am Montag erwartet

Die Gläubiger fühlten sich mit dem Angebot aber gegenüber anderen Interessengruppen wie der Gewerkschaft benachteiligt. Am Mittwoch musste GM zugeben, dass deutlich weniger als die von der Regierung geforderten 90 Prozent der Gläubiger dem Angebot zugestimmt hatten. Es wird deshalb erwartet, dass der Insolvenzantrag spätestens mit dem Ablaufen der von der Regierung gesetzten Frist am kommenden Montag gestellt wird.

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Das neue Angebot gilt für den Fall, dass GM ein Insolvenzverfahren nach dem Abschnitt 363 des amerikanischen Konkursrechts wählen würde. Dabei würden die besten Konzernteile in einem neuen Unternehmen gebündelt, das die Insolvenz möglichst schnell hinter sich bringen soll. Der Rest bliebe dann in einer Art „Alt-General-Motors“ zurück und würde womöglich in einem längeren Prozess abgewickelt. GM bietet den Gläubigern nun zunächst weiterhin 10 Prozent an „Neu-General-Motors“ an. Allerdings sollen die Gläubiger die Option bekommen, zusätzlich bis zu 15 Prozent zu erwerben.

Der Mitteilung zufolge muss ein aus Sicht der Regierung ausreichender Prozentsatz der Gläubiger bis zum Samstag dieser Woche den neuen Konditionen zustimmen. Andernfalls würden die angebotenen Anteile „substantiell reduziert oder eliminiert“. GM teilte weiterhin mit, dass nach gegenwärtiger Planung die amerikanische Regierung zunächst 72,5 Prozent am restrukturierten Unternehmen halten soll. Auf einen von der Gewerkschaft verwalteten Treuhandfonds sollen 17,5 Prozent entfallen.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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