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Ermittlungen gegen Wiedeking Porsche sieht Fusion mit VW gefährdet

24.02.2011 ·  Die Staatsanwaltschaft bringt nach Angaben von Porsche den Zeitplan für den Zusammenschluss mit Volkswagen durcheinander. Die Staatsanwälte prüfen nun auch den Verdacht der Untreue gegen den ehemaligen Vorstandchef Wiedeking. Anleger reagierten prompt: Die Porsche-Aktie brach ein.

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Die Verschmelzung von Porsche und Volkswagen ist nach Angaben von Porsche durch anhaltende staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den früheren Chef des Sportwagenbauers, Wendelin Wiedeking, gefährdet. Von 70 auf 50 Prozent gesunken sei jedenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass die entscheidenden Beschlüsse der Hauptversammlungen noch 2011 gefasst werden könnten, teilte Porsche in Stuttgart mit. Anlass für die Prognose sind neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking und ehemalige Porsche-Finanzmanager. Die Behörde erklärte am Donnerstag, sie ermittle nun auch wegen Untreue und Kreditbetrugs.

Diese Ermittlungen würden sich noch mindestens bis zum Jahresende hinziehen. Ursprünglich sollten noch 2011 die erforderlichen Hauptversammlungsbeschlüsse zur Verschmelzung beider Unternehmen gefasst werden. Porsche erklärte, der Ausgang der Verfahren habe Bedeutung für Schadenersatzansprüche, die danach wegen eventueller Marktmanipulationen geltend gemacht werden könnten.

Käme es zu wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung, sinkt nach Einschätzung des Vorstands der Porsche SE auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt. Der Vorstand gehe derzeit dennoch davon aus, dass ein erfolgreicher Abschluss der Prüfungen so rechtzeitig möglich ist, dass die Verschmelzung gelingen kann, gegebenenfalls auch noch nach 2011. Die Chancen, dass der Zeitplan eingehalten werden kann, sinken der Mitteilung zufolge durch die neue Entwicklung von 70 auf 50 Prozent.

Vorwürfe des Kreditbetrugs und der Untreue

Wiedeking und den Finanzmanagern um das Vorstandsmitglied Holger Härter wurde sowohl Aktienmanipulation als auch „informationsgestützte Marktmanipulation“, also etwa die Zurückhaltung meldepflichtiger Entwicklungen, im Zusammenhang mit der ursprünglich geplanten, aber im Zuge der Wirtschaftskrise gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche vorgeworfen (siehe auch Schadensersatzforderungen: Die Akte Porsche). Der Vorwurf der Aktienmanipulation erwies sich nach Angaben der Ermittler als nicht haltbar, und das einschlägige Verfahren gegen das ausführende Kreditinstitut, die Maple Bank, wurde eingestellt. Die übrigen Ermittlungen wurden aber um die Vorwürfe des Kreditbetrugs und der Untreue erweitert.

Dabei geht es um „Erklärungen der Verantwortlichen von Porsche gegenüber der Öffentlichkeit beziehungsweise das zeitweise Unterlassen notwendiger Erklärungen in Bezug auf den Beteiligungserwerb an der Volkswagen AG in den Jahren 2007-2009“, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Ein zentrales Sachverständigengutachten habe die Behörde zur Erweiterung der Vorwürfe veranlasst.

„Es besteht der Verdacht, dass die ehemaligen Vorstände im Zuge des Übernahmeversuchs der Volkswagen AG existenzgefährdende Risiken für das Unternehmen durch Abschluss von Aktienkurssicherungsgeschäften eingegangen waren.“ Der Vorwurf des Kreditbetrugs gründe sich auf den Verdacht, „die Beschuldigten hätten im Rahmen der Verhandlungen zur Refinanzierung der von der Porsche Automobil Holding SE abgeschlossenen Kredite unrichtige oder unvollständige Angaben gegenüber einem der beteiligten Kreditinstitute gemacht“.

Porsche hatte damals mit Finanzaufwand in zweistelliger Milliardenhöhe unter Zustimmung der Großaktionärsfamilien Piech und Porsche VW-Aktien und Optionen auf weitere Anteile erworben. Die Rechnung ging aber wegen der beginnenden Wirtschaftskrise und dem gleichzeitigen Kursverfall nicht auf, so dass schließlich der VW-Konzern Porsche rettete und seinerseits die Übernahme einleitete.

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