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Bieterkampf Opel-Betriebsrat will über Investor mitentscheiden

28.07.2009 ·  Neue Gespräche zwischen dem Mutterkonzern GM und dem Kaufinteressenten Magna sollen nach Informationen der F.A.Z. eine Einigung in den festgefahrenen Verhandlungen ermöglichen. Während der Opel-Betriebsrat Magna unterstützt, macht sich die IG Metall für eine Doppellösung stark.

Von Christoph Ruhkamp
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Neue Gespräche über Opel zwischen dem Mutterkonzern General Motors (GM) und dem Kaufinteressenten Magna sollen eine Einigung in den festgefahrenen Verhandlungen ermöglichen. „Es sind kurzfristig weitere Gespräche angesetzt“, sagte Opel-Betriebsratschef und Vize-Chef des Aufsichtsrats Klaus Franz der F.A.Z. „Es geht unter anderem darum, GM die Angst vor Russland zu nehmen.“

Nach Angaben von Franz könnten unter anderem über eine langfristige Haltepflicht für den geplanten Anteil der staatlichen russischen Sberbank bei Opel die Bedenken von GM ausgeräumt werden. Die Amerikaner befürchteten sonst, dass die Opel-Nutzungsrechte für GM-Patente eines Tages bei einem russischen Autokonzern landen könnten (siehe auch: Ringen um Eigenständigkeit: GM will Opel nicht die ganze Freiheit geben). Darüber hinaus gehe es darum, ob Opel unter der Führung des Autozulieferers Magna Komponenten - wie etwa ein Doppelkupplungsgetriebe - auch von anderen Zulieferern zukaufen dürfte. GM müsste in diesem Fall zum einen auf sonst fällige Lizenzgebühren für Patente verzichten und befürchtet, dass langfristig das Fachwissen für den Bau solcher Komponenten im Konzern nicht mehr vorhanden ist.

Verhandlungen mit RHJ und Magna laufen

GM hatte vor acht Tagen drei Kaufangebote für Opel erhalten (siehe auch: General Motors erhält drei Kaufangebote für Opel) und verhandelt nun mit Magna und dem Finanzinvestor RHJ über die Übernahme. Während Magna Opel von GM stärker abtrennen will, plant RHJ eine weiterhin enge Anbindung an GM (siehe auch: Opel-Bieter: Der Herausforderer RHJ). Bund und Länder, die Opel einen Staatskredit von 1,5 Milliarden Euro verschafft haben, bevorzugen Magna als Investor. Eine starke Fraktion im Management von GM setzt dagegen auf RHJ. Ein Kompromiss könnte bis zum kommenden Montag erzielt werden, weil dann der GM-Verwaltungsrat über Opel berät.

Der Opel-Betriebsrat teilte nach einer Sondersitzung mit, man bevorzuge weiterhin Magna als Investor. Der geplante Lohnverzicht von bis zu 1,5 Milliarden Euro bis 2014 werde aber nur geleistet, wenn die Beschäftigten über den Investor mitentscheiden könnten. Voraussetzung für die Unterstützung eines Investors durch den Betriebsrat seien unter anderem die Eigenständigkeit von Opel, eine Vertriebskooperation mit der GM-Marke Chevrolet auf allen Märkten und eine Entlastung der Beschäftigten durch Kostensenkungen auch im Vertrieb.

IG Metall schlägt Doppellösung

Unterdessen brachte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt, eine Doppellösung ins Spiel. Demnach könnten sowohl Magna als auch RHJ bei Opel einsteigen. Aus Konzernkreisen von Magna hieß es jedoch, über eine solche Lösung werde derzeit nicht verhandelt. Die staatlich kontrollierte Opel-Treuhandgesellschaft, die seit Ende Mai 65 Prozent der Unternehmensanteile hält und den Verkauf durch GM überwacht, dementierte abermals eine Festlegung auf einen der zwei Kaufinteressenten.

Die sieben Mitglieder der Treuhandführung hätten sich bisher nicht auf ein Angebot für Opel geeinigt. Von GM werde die Treuhand kontinuierlich über den Stand der Verhandlungen informiert und über die Einschätzungen aller Beteiligten in Kenntnis gesetzt. Bisher habe GM aber keine Empfehlung für einen der beiden Investoren vorgelegt.

Insolvenz bleibt als dritte Möglichkeit

Als dritte Option neben einem Verkauf von Opel gilt deshalb weiter die Insolvenz des Unternehmens. Das betonte der CDU-Haushaltspolitiker Steffen Kampeter. Allerdings gibt es keine kurzfristige Insolvenzgefahr. Das Unternehmen wird zwar im laufenden Jahr voraussichtlich einen operativen Verlust von 2,4 Milliarden Euro erzielen. Aber Opel wurde Ende Mai - abgesehen von 4 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen - schuldenfrei auf die Treuhand übertragen. Seither erhielt Opel den Staatskredit von 1,5 Milliarden Euro.

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen dürfte diese Summe mindestens bis Januar 2010 ausreichen. Der Bargeldabfluss habe sich zuletzt verringert, weil die Beschäftigten im Gegenzug für die zugesagte Beteiligung mit 10 Prozent auf ihr Urlaubsgeld verzichteten.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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