Das Land Baden-Württemberg will sich nicht an dem von der Bundesregierung geplanten Feldversuch mit den umstrittenen extralangen Lastwagen (Eurobomis) beteiligen, die im Volksmund als „Monster-Trucks“ verschrieen sind. Das geht aus dem Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung hervor. „Wir werden uns nicht an dem Modellversuch der Bundesregierung beteiligen“, heißt es in dem Papier. Stattdessen solle der Schienengüterverkehr gestärkt werden.
„Es war für uns ein wichtiges Anliegen, diesen Feldversuch zu stoppen. Da auch Nordrhein-Westfalen nicht mehr mitmacht, ist die Nord-Süd-Achse der Unterstützerländer nun unterbrochen“, sagte Winfried Hermann von den Grünen, der als Verkehrsminister für Baden-Württemberg im Gespräch ist. Ziel der Grünen sei es, den Trend zu immer mehr Verkehr auf der Straße zu unterbrechen.
Nur noch sieben Länder unterstützen den Feldversuch
Mit Baden-Württemberg fällt eines der wichtigsten Flächenländer unter den Befürwortern der „Gigaliner“ weg. Ein Feldversuch mit den Eurocombis wird damit weniger aussagekräftig. Zu den Unterstützern des von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer angestrebten Feldversuchs zählen nun nur noch sieben der sechzehn Bundesländer. „Es ist bedauerlich, dass die Landesregierung die Chance, mit dem Öko-Laster Emissionen zu verringern, nicht nutzt“, hieß es enttäuscht beim Autoindustrieverband VDA. Bisher dürfen Lastwagen mit Anhänger in Deutschland höchstens 18,75 Meter lang sein.
In Finnland, Holland, Russland und Schweden sind Langlastwagen, die es einschließlich Anhänger auf 25 Meter bringen, längst erlaubt. Auch ein Langzeitversuch in Dänemark wurde gerade mit positivem Befund abgeschlossen: Die Fahrzeuge senken den Kraftstoffverbrauch der Spediteure und entlasten den Verkehr auf der Autobahn. Anders urteilt die grün-rote Landesregierung: „Damit unser Land nicht im Dauerstau erstickt, werden wir einen Beitrag zur Verlagerung des Mittel- und Langstreckengüterverkehrs weg von der Straße leisten.“ Die Ansiedlung von dezentralen Umschlagsanlagen solle gefördert werden, um Spediteuren den Umstieg auf Schiene und Binnenschiff zu ermöglichen. „Die Einführung überlanger Lastwagen steht diesem Ziel entgegen.“
Beim Lastwagenhersteller MAN in München wird die Entscheidung aus Stuttgart bedauert: „Wir glauben, dass Langlastwagen umweltfreundlicher sind und würden sie deshalb befürworten, obwohl sie uns nicht mehr Einnahmen verschaffen.“ Bei Daimler, dem größten Lastwagenhersteller der Welt mit Sitz in Baden-Württemberg, gibt man sich betont gelassen: „Auf uns hat das keine Auswirkungen. Die Regierung ist ja noch gar nicht im Amt. Aber so eine Entscheidung wäre natürlich kein Aushängeschild, es zeugt nicht von Fortschrittsorientierung.“
Scheint mir eine vernünftige Entscheidung zu sein ...
Axel Shwaisz (LeserXY)
- 28.04.2011, 19:25 Uhr
Gut so!
Torlin Monger (TMonger)
- 28.04.2011, 20:13 Uhr
staatliche Förderung statt Marktwirtschaft
Samuel Weise (samweis2111)
- 28.04.2011, 20:16 Uhr
Die EU hat als Prinzip das falsche Konzept gewählt - das gilt überall.
(KonzeptionVerlassen)
- 28.04.2011, 20:38 Uhr
Aud deutschen Aurobahnen wären derartige Lastwagen sicher Unfug
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 28.04.2011, 20:53 Uhr