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Autoindustrie Durchbruch für Elektrofahrzeuge 2022 erwartet

29.08.2011 ·  Deutschland gilt als bester Standort für Elektromobilität. Nicht nur, weil es immer mehr unterschiedliche Fahrzeugmodelle gibt. Die Produktionskapazität wird bis zum Jahr 2015 um ein Drittel erweitert

Von Christoph Ruhkamp
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Die Manager der europäischen Autoindustrie rechnen erst für das Jahr 2022 mit einem Durchbruch für Elektroautos. Am Massenmarkt würden sich die Fahrzeuge zunächst in Europa und später in China und Japan durchsetzen. Dabei habe Deutschland entgegen der allgemeinen Wahrnehmung die besten Chancen, zum global führenden Hersteller von Elektrofahrzeugen zu werden. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young hervor, für die gut 300 Unternehmen der europäischen Autoindustrie befragt wurden. Jeder vierte der Befragten glaubt, dass Elektrofahrzeuge schon 2018 kein Nischenprodukt mehr sein werden, sondern aus Sicht der Verbraucher eine echte Alternative zu den herkömmlichen Autos darstellen werden. Die größte Hürde für die Akzeptanz von Elektroautos sei deren begrenzte Reichweite, obwohl Autos im Durchschnitt an einem Tag eigentlich nur 25 Kilometer fahren.

Den Ergebnissen der Befragung zufolge ist Deutschland derzeit der attraktivste Standort der Autobranche. Sowohl in der Innovationskraft als auch bei der Qualität der Produkte und der Produktivität schneidet der hiesige Standort in den Augen der befragten, zum großen Teil aus Deutschland stammenden Manager besser ab als die internationale Konkurrenz. Einzig bei den Produktionskosten landet Deutschland auf dem dritten Rang – hinter China und Indien. „Hier ist aber eher erstaunlich, wie weit oben in der Rangliste Deutschland bei den Produktionskosten steht – trotz der hierzulande gezahlten hohen Löhne“, sagte Ernst & Young-Fachmann Peter Fuß bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt.

376 verschiedene Modellreihen auf dem Markt

Um möglichst viele Ansprüche der Kunden zu bedienen, bietet die Autoindustrie inzwischen mehr verschiedene Automodelle an als jemals zuvor. Nach Angaben der Unternehmensberatung PWC stellen sich etwa die deutschen Hersteller mit hochwertigen Kleinwagen („Small Premium“) zunehmend auf die Bedürfnisse von Stadtbewohnern ein – und senken zugleich den durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß ihrer Fahrzeugflotte. Unterteilt nach Modellen und Karosserieformen wie etwa Coupé oder Fließheck sowie nach Motorenarten wie etwa Benzin oder Diesel sind in Deutschland derzeit insgesamt gut 1700 unterschiedliche Fahrzeugvarianten im Angebot. Das geht aus einer Untersuchung des CAR-Instituts der Universität Duisburg hervor.

Beschränke man sich bei der Aufzählung auf Bau- oder Modellreihen wie etwa Opel Astra, Ford Fiesta, Audi A3, dann seien derzeit 376 verschiedene Modellreihen auf dem deutschen Markt. Bis 2015 werde die Zahl der Modellreihen sogar auf 415 Stück ansteigen. „Je geringer die Zahl der Fahrzeuge, die von einem Modell, einer Variante oder einer Karosserieform verkauft werden, umso höher sind die Kosten, die oft auf der Vertriebsseite eher unvollständig berücksichtigt werden. Dabei gibt es manches Modell, das sich nicht mehr lohnt“, heißt es in der Studie. Als Beispiel wird die Marke Dodge angeführt, die nur 45 Fahrzeuge pro Modellreihe in den ersten sieben Monaten dieses Jahres an Privatkunden oder Unternehmen verkauft habe.

Ausbau der Fabriken

Parallel zur wachsenden Vielfalt der Modelle bauen die deutschen Autohersteller auch ihre Fabriken kräftig aus. Bis 2015 wird die Produktionskapazität der hiesigen Autokonzerne um ein Drittel auf jährlich etwa 17 Millionen Autos ausgeweitet. Das ist das Ergebnis einer PWC-Studie. Überkapazitäten seien dennoch nicht zu befürchten. „Wir erwarten für die deutschen Hersteller in den kommenden Jahren trotz des Kapazitätszuwachses durchschnittliche Auslastungszahlen zwischen 80 und 90 Prozent“, sagt PWC-Autofachmann Felix Kuhnert. Damit liege die deutsche Autoindustrie zum Teil deutlich über dem globalen Durchschnitt.

Mit geschickten Strategien für möglichst viele gleichartige Grundgerüste, auf denen sie unterschiedliche Modelle aufbauen könnten, sicherten die deutschen Hersteller dabei ihre Profitabilität. Auch für eventuelle konjunkturelle Schwankungen seien die deutschen Hersteller gut gerüstet: Da die Unternehmen viele Zeitarbeiter beschäftigen, deren Stellen schnell abgebaut werden können, und da sie in vielen verschiedenen Ländern produzieren und verkaufen, können sie Absatzrückgänge gut abfedern. Während in diesem Jahr der Markt in Japan deutlich schrumpfte, legten die Verkäufe in Russland kräftig zu.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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