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Studenten als Leiharbeitnehmer Zeitarbeit - ja, gerne

13.05.2011 ·  Normalerweise haftet Leiharbeit ein Makel an. Viele Studenten sehen das anders. Sie erkennen darin eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen und Erfahrungen zu sammeln.

Von Tim Farin
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Für Lena Thomas lief die Sache mit der Zeitarbeit reibungslos: Ende vergangenen Jahres stellte die 29 Jahre alte Hamburger Studentin der Betriebswirtschaftslehre ihren Lebenslauf auf die Internetseiten der Online-Studentenvermittlung Jobmensa. Kurz darauf bekam Thomas, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ein Stellenangebot, das auf ihr Profil zugeschnitten war. Gesucht wurden französische Muttersprachler für den Kundenservice der internationalen Online-Partneragentur Parship. Thomas bekam einen Vorstellungstermin, auf den sie von den Vermittlern vorbereitet wurde, und begann eine Woche später in Zeitarbeit bei dem Hamburger Unternehmen.

Zeitarbeit - dieser Begriff wird nicht unbedingt mit künftigen Akademikern in Verbindung gebracht. Auf Studenten spezialisierte Unternehmen wollen das ändern. „Lohndumping ist hier ausgeschlossen“, sagt Benjamin Roos, Gründer und Geschäftsführer von Jobmensa und der studentischen Zeitarbeitsvermittlung Studitemps. „Denn die Studierenden können es sich leisten, unattraktive Angebote einfach zu ignorieren.“

Die Studenten empfinden vieles als positiv

Studentische Zeitarbeit funktioniert genau wie die herkömmliche, nur dass die Studenten vieles als positiv empfinden, was andere als Belastung ansehen: die kurzfristigen Einsätze zu Stoßzeiten und Stellen ohne Garantien. Pontus Nilsson, für Deutschland zuständiger Manager des schwedischen Unternehmens Academic Work, sagt: „Studenten sind flexibel, ehrgeizig und können durch unsere Vermittlung anfangen, ein professionelles Netzwerk zu spannen.“ Die Studenten schätzten an der Zeitarbeit, dass ihnen die Jobs über Vermittler persönlich angeboten würden, dass sie die Unternehmenswelt kennenlernten und dass sie etwas dazuverdienen könnten. „Und das nicht als schlecht bezahlter Praktikant, sondern mit vernünftigem Lohn“, sagt Roos.

Für studentische Zeitarbeit wird zumeist ein Stundenlohn von rund 9 Euro gezahlt. Er steigt mit wachsender Qualifikation oder Spezialisierung. Die Arbeitskräfte stehen beim jeweiligen Vermittler unter Vertrag und sind sozialversichert. Die Laufzeit der Verträge richtet sich nach den Bedürfnissen der Unternehmen, aber die Studierenden können Einfluss nehmen. Arbeitszeitkonten können ermöglichen, dass sie vor Klausuren weniger und dafür in den Ferien mehr arbeiten. Parship hat in den vergangenen Monaten zweimal auf die Dienste von Studitemps zurückgegriffen. Geraldine Kaiser von Parship lobt die Studenten. Sie hätten einen guten Stil im Umgang mit den Kunden und brächten „frischen Wind“ ins Unternehmen.

Neuer Markt

Studitemps und Academic Work sind auf einem neuen Markt tätig. Sie beschreiten aber unterschiedliche Wege. Academic Work setzt auf eine starke Präsenz vor Ort, betreibt Filialen in den Universitätsstädten München und Hamburg und führt dort wöchentlich 80 bis 90 Interviews mit Kandidaten, insbesondere für IT-, Finanz-, Verwaltungs-, Ingenieur- und Marketingpositionen. Etwa 200 Zeitarbeiter aus dem akademischen Umfeld sind derzeit hier beschäftigt, davon knapp 70 Studenten. Das Kölner Unternehmen Studitemps setzt auf die stetig wachsende Online-Datenbank Jobmensa mit ihren mehr als 165.000 Mitgliedern. Bislang vergibt Studitemps befristete Stellen vor allem im Einzelhandel, in Callcentern und in der IT. Man kann aber auch in Lagern und in der Produktion malochen. „Bei vorübergehenden Lagerjobs sind Studenten gerne gesehen, da sie das, was sie anfangen, auch motiviert zu Ende bringen“, sagt Studitemps-Gründer Roos.

Lena Thomas' Hauptmotiv, sich als Zeitarbeiterin vermitteln zu lassen, war zunächst das Geld. Doch war die Arbeit bei Parship fachlich herausfordernd. „Für mich als BWL-Studentin ist es wichtig, in Unternehmen hineinzuschauen“, sagt sie. Auch Parship war zufrieden: Es stellte Thomas als Werkstudentin ein.

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