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Arbeitsmarkt Leiharbeit dominiert beim Stellenzuwachs

19.07.2011 ·  Der starke Beschäftigungszuwachs im Jahr 2010 geht zum größten Teil auf die Zunahme bei Zeitarbeit und befristeten Jobs zurück. Insgesamt fielen gut 75 Prozent der neuen Stellen unter die sogenannte atypische Beschäftigung.

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Der starke Beschäftigungszuwachs im vergangenen Jahr geht zum größten Teil auf die Zunahme der Zeitarbeit zurück. Die Zahl der abhängig Beschäftigten legte insgesamt um 322.000 zu, davon waren allein 182.000 oder 57 Prozent Zeitarbeitsstellen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Werden auch befristete und geringfügig Beschäftigte sowie Teilzeitarbeit mit maximal 20 Arbeitsstunden hinzugezählt, entfallen sogar mehr als drei Viertel des Anstiegs auf diese sogenannten atypischen Beschäftigungsformen.

Den größten Zuwachs gab es mit 182 000 Beschäftigten oder 32,5 Prozent bei den Zeitarbeitern. Die befristete Beschäftigung legte um 4,6 Prozent zu. Sie trug laut Bundesamt zu 38 Prozent zum Jobaufbau bei. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg leicht um 0,6 Prozent, die der geringfügig Beschäftigten verringerte sich dagegen um 2,2 Prozent.

Immer mehr Männer in atypischer Beschäftigung

„Vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung wurden von den Unternehmen als Mittel genutzt, um flexibel auf die konjunkturellen Veränderungen zu reagieren“, teilte das Statistikamt mit. Im Krisenjahr 2009 war die Zahl der atypisch Beschäftigten um 129.000 gesunken. Ein Jahr später stieg sie um 243.000 auf 7,84 Millionen. Davon waren 742.000 Leiharbeiter, was einen neuen Höchststand markiert. Im Herbst 2010 arbeiteten 923.000 Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche. Für 2011 rechnet der Bundesverband Zeitarbeit nach Angaben vom Januar mit einem Zuwachs auf über eine Million (siehe 2011 voraussichtlich erstmals mehr als eine Million Zeitarbeiter).

Einen auffälligen Unterschied stellten die Statistiker bei der Entwicklung von Männern und Frauen fest. Bei Frauen stieg die Zahl der Normalbeschäftigten zwischen 2009 und 2010 um 122.000, die der atypischen Jobs um 72.000. Bei Männern wurden dagegen 44.000 unbefristete Arbeitsplätze abgebaut, während die Zahl atypischer Beschäftigungen im 171.000 stieg.

Reallöhne der Geringverdiener gesunken

Nach einer Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Realeinkommen von Geringverdienern seit der Jahrtausendwende deutlich stärker gesunken als die von Besserverdienern.

Nach einer DIW-Befragung sind die inflationsbereinigten Netto-Einkommen von Geringverdiener zwischen 2000 und 2010 deutlich gesunken. Wer zur Jahrtausendwende 270 Euro pro Monat in der Tasche hatte, musste sich zehn Jahre später mit 211 Euro zufrieden geben. Wer vor elf Jahren 835 Euro pro Monat ausgeben konnte, musste sich 2010 mit 705 Euro begnügen.

Höhere Einkommensgruppen verzeichneten nach der DIW-Studie dagegen ein reales Plus. Wer 2000 unterm Strich über 3419 Euro netto pro Monat verfügte, hatte sich zehn Jahre später auf 3446 Euro verbessert. Insgesamt mussten die unteren Einkommensgruppen in dem Zeitraum real ein Minus zwischen 16 und 22 Prozent beim Nettoeinkommen hinnehmen. Die höheren Einkommensgruppen legten teils um weniger als ein Prozent zu. Insgesamt sanken alle realen Nettoeinkommen zusammengenommen zwischen 2000 und 2010 um 2,5 Prozent.

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