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8,50 Euro Mindestlohn bedroht 1,2 Millionen Stellen

24.02.2010 ·  Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat einen allgemeinen Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde ins Spiel gebracht. Würde der Vorschlag umgesetzt, wären 1,2 Millionen Arbeitsplätze bedroht. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Ifo-Instituts in Dresden hervor, die der F.A.Z. vorliegen.

Von Sven Astheimer
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Der vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ins Spiel gebrachte allgemeine Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde bedroht 1,22 Millionen Arbeitsplätze vor allem von Geringverdienern und Harz-IV-Empfängern. Zudem entstünden zusätzliche Belastungen von fast 6 Milliarden Euro im Jahr. Dies geht aus aktuellen Berechnungen des Ifo-Instituts in Dresden zusammen mit Finanzwissenschaftlern der FU Berlin hervor, die der F.A.Z. vorliegen.

Mit 740.000 Stellen entfiele der Großteil der Verluste auf geringfügige Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatseinkommen bis zu 400 Euro. Diese werden häufig von Hartz-IV-Empfängern genutzt, um ihr Einkommen aufzubessern. Den Berechnungen zufolge verlöre jeder sechste von ihnen seinen Zuverdienst durch den Mindestlohn.

„Mehr, nicht weniger Menschen wären armutsgefährdet“, warnen die Autoren. Die dadurch steigenden Kosten für Arbeitslosigkeit und die Ausfälle an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen führten wiederum zu Zusatzbelastungen für öffentliche Haushalte und Sozialkassen von 5,8 Milliarden Euro. Entlastungen durch steigende Einnahmen in Folge höherer Verdienste seien schon gegengerechnet, heißt es.

Die Mitgliedsgewerkschaften des DGB wollen auf ihrem Bundeskongress im Mai die neue Mindestlohnforderung von 8,50 Euro beschließen. Bislang fordern sie eine Lohnuntergrenze von 7,50 Euro. Die schwarz-gelbe Bundesregierung lehnt diesen Vorschlag ab und setzt dagegen auf Branchenlösungen.

Am Mittwoch hat der Koalitionsausschuss die Verlängerung zweier Mindestlöhne beschlossen. Gebäudereiniger erhalten mindestens 6,83 Euro im Osten und 8,40 Euro im Westen, Dachdecker haben im ganzen Bundesgebiet einen Anspruch auf 10,60 Euro.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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