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Todd Lodwick Der ewige Weltmeister

20.02.2009 ·  Todd Lodwick ist einer jener amerikanischen Leistungssportler, die von ihrem unbändigen Selbstvertrauen zu überraschenden Erfolgen getragen werden. Jetzt wurde der Kombinierer in Liberec Weltmeister - nach drei Jahren Wettkampfpause.

Von Christiane Moravetz, Liberec
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Im vergangenen Sommer schrieb Todd Lodwick seinen Freunden eine Email: „You better hang on“. Sie verstanden das Signal: Todd ist zurück. Anderthalb Jahre hatte es der Amerikaner ausgehalten, das Leben ohne Wettkampf, ohne den Gedanken an den Leistungssport. Dann fing er an, mit seiner Frau Sunny über ein Comeback zu sprechen, „und als er dann doch nicht mehr davon redete, da wusste ich, dass er eine Entscheidung getroffen hatte“, sagt sie.

Nach beinahe drei Jahren Pause kehrte er in Oberhof im vergangenen Dezember zurück in den Weltcup, mit 32 Jahren. In Liberec wurde er jetzt Weltmeister. Und da der Massenstart-Wettbewerb, in dem er sowohl Schnellster in der Loipe über zehn Kilometer, als auch Bester auf der Schanze nach zwei Sprüngen war, gleichzeitig zum letzten Mal im WM-Programm stand, hat er einen historischen Sieg errungen. „Nun bin ich also Weltmeister für die Ewigkeit“, sagte er entspannt.

„Jetzt haben wir diese Schneeflocken um den Hals hängen“

Lodwick ist ohnehin ein cooler Typ, einer jener amerikanischen Leistungssportler, die von ihrem unbändigen Selbstvertrauen zu überraschenden Erfolgen getragen werden. „Ich bin schon so lange dabei, da verschafft mir eine Weltmeisterschaft keinen Stress mehr“, sagte er. Ohnehin gibt es für ihn Wichtigeres: „Ich bin ein ausgeprägter Familienmensch. Meine zwei Kinder halten mich auf dem Boden der Tatsachen.“ Der ist für nordische Skisportler in den Vereinigten Staaten karg.

Lodwick hofft auf den Doppel-Effekt: Wenige Stunden vor ihm hatte auch Skispringerin Lindsey Van Gold in Liberec gewonnen (siehe: Skispringen: Eine Amerikanerin springt zur Emanzipation). „Jetzt haben wir diese Schneeflocken um den Hals hängen“, sagte Lodwick mit einem Blick auf die Medaillen des Internationalen Skiverbandes, „und das müssen die Amerikaner einfach bemerken. Schließlich sind es zwei Weltmeistertitel, egal, wer sie trägt.“

„Das Team hat mich ja nicht gerufen“

Lodwick hatte in seinem ersten Sportler-Leben sechs Weltcup-Wettbewerbe gewonnen. „Ich habe viel erreicht“, sagte er im vergangenen Herbst vor seinem Comeback, „aber eines will ich noch: Ich will nicht nur ins Team kommen für die Olympischen Spiele, ich will eine Medaille, egal in welcher Farbe“. Er begann auf niedriger Ebene, kämpfte sich durch die zweite Liga der Nordischen Kombination, den Continental Cup. Er wolle niemandem in der Mannschaft einen Platz wegnehmen, „das Team hat mich ja nicht gerufen“, sagte er.

Am erfolgreichen Tag von Liberec rückte Vancouver 2010, für das er angetreten war, erst einmal in weite Ferne. „Wir sind die drei Besten“, sagte er, als er zwischen dem Zweiten, Tino Edelmann, und dem Dritten, Jason Lamy Chappuis saß. „Das kann sich wieder ändern im Lauf der Zeit, aber heute geht es nur um uns“ (Siehe: Nordische Kombination: Edelmetall für Edelmann).

„Ich war die Inspiration für Lance Armstrong“

Und dann zitierte er Golfstar Tiger Woods, der bei der Frage nach seinen Turnierchancen darauf verweise, dass er erst am ersten Loch sei und nicht schon auf den Pokal schielen könne. In der zumindest gedanklichen Nähe amerikanischer Sporthelden fühlt sich Lodwick ohnehin wohl. „Mein Comeback kam zuerst“, sagte er und lachte, „ich war die Inspiration für Lance Armstrong“.

Und als ihm neben dem Rad-Rückkehrer auch noch Football-Idol Brett Favre mit einem ähnlichen Comeback einfiel, hatte man beinahe das Gefühl, dieser Todd Lodwick sei auch einer von den ganz Großen. Seine ganz private, liebenswürdige Seite offenbarte er mit Fingerspielen: als er verschämt und heimlich an beiden Händen abzählte, wieviele Tage es noch dauert, bis er endlich seine Familien wieder sehen kann, der ewige Weltmeister.

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