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Nordische Ski-WM Behle schreit vergeblich

22.02.2009 ·  Die deutschen Langläufer warten bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Liberec weiter auf eine Medaille - und kommen den eigenen Ansprüchen nicht annhähernd nahe. Die Doppelverfolgung gewann der Norweger Petter Northug. Tobias Angerer wurde Siebter.

Von Christiane Moravetz, Liberec
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Jochen Behle hat das Sagen, aber manchmal tun auch die Männer im deutschen Langlauf-Team nicht, was er ihnen lautstark vorgibt. Sie hielten sich zu weit hinten im Pulk auf, monierte der Bundestrainer. Doch als im Verfolgungsrennen bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Liberec (Reichenberg) knapp fünf Kilometer vor dem Ziel die Besten Ernst machten, war keiner von Behles Athleten in der Lage mitzuhalten. Nach dem Sieg des Norwegers Petter Northug, der vor Anders Södergren (Schweden) und Giorgio di Centa (Italien) gewann, wurde wie schon nach dem enttäuschenden Abschneiden der Deutschen im 15-Kilometer-Lauf das Thema guter oder schlechter Ski angeschnitten. Sowohl Behle als auch sein jeweils Bester, Tobias Angerer, wollten aber „im Endeffekt“ nichts davon wissen. Schließlich sei er derjenige, der laufe, sagte Angerer, nachdem er auf Platz sieben gelandet war.

Fünf Kilometer vor Schluss machen sich vier auf und davon

Er hatte mitgehalten, bis sich fünf Kilometer vor Schluss des Rennens vier Konkurrenten auf und davon machten. Auch die anderen Deutschen verpassten in diesem Moment den Anschluss. Das Rennen über 15 Kilometer in der klassischen Technik, dann - nach dem Wechsel von Ski und Stöcken - noch einmal 15 Kilometer in Skatingtechnik hatte wieder eine deutsche Erfolgsgeschichte werden sollen. Immerhin hatten vor zwei Jahren in Sapporo Axel Teichmann Gold und Angerer Silber gewonnen.

Die Ansprüche sind nicht annähernd erfüllt

Der Titelverteidiger rettete sich am Sonntag im Fotofinish mit einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Teamkollege Sommerfeld als 30. ins Ziel. Jens Filbrich, in Sapporo Vierter, kam auf Rang zehn. Tom Reichelt wurde 39. Die Ansprüche, die Behle und seine Mannschaft an sich selbst stellen, sind mit solchen Ergebnissen nicht annähernd erfüllt; sie zielen ganz eindeutig auf Medaillen.

Die schönste holte sich der erst 23 Jahre alte norwegische Ausnahmeläufer Petter Northug. Minutenlang hing er danach schluchzend in den Armen seiner Betreuer. Die Gedanken gingen zurück: Schon vor zwei Jahren war er dem Gold ganz nah, bis er wenige Meter vor dem Ziel über seinen eigenen Stock stolperte und Teichmann den Weg frei machte.

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